Taliban geben Tötung beider deutscher Geiseln bekannt

Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben die beiden in Afghanistan entführten Deutschen getötet. Von unabhängiger Seite wurden die Angaben über die Tötungen der beiden Deutschen zunächst nicht bestätigt.

Kabul/Kandahar. Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben die beiden in Afghanistan entführten Deutschen getötet. Die Ermordung der ersten Geisel gab Taliban-Sprecher Jusuf Ahmadi nach Ablauf eines ersten Ultimatums um 09.30 Uhr MESZ bekannt. Gleichzeitig setzte er den deutschen und afghanischen Behörden eine zweite Frist bis 10.30 Uhr MESZ, um die Taliban zu kontaktieren. Nach Ablauf dieses Ultimatums verkündete Ahmadi die Tötung der zweiten deutschen Geisel. "Die afghanische Regierung hat uns nicht kontaktiert, wir haben daher die zweite Geisel getötet", sagte er.

Von unabhängiger Seite wurden die Angaben über die Tötungen der beiden Deutschen zunächst nicht bestätigt. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Berichte über die Morde zunächst nicht kommentieren, auch die deutsche Botschaft in Kabul äußerte sich nicht. Dem Innenministerium in Kabul lagen zunächst keine Informationen über eine mögliche Ermordung vor. Die beiden Deutschen waren am Mittwoch in der Provinz Wardak verschleppt worden. Es handelt sich offenbar um Ingenieure, die nach Angaben des Auswärtigen Amtes Mitarbeiter eines in Kabul ansässigen Unternehmens sind.

Ein Taliban-Sprecher hatte zunächst dementiert, dass die radikalislamische Bewegung hinter der Entführung stehe. Am Freitag sagte Ahmadi schließlich, die Deutschen befänden sich in der Hand der Taliban. Die Taliban forderten den Angaben zufolge einen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan und die Freilassung aller inhaftierten Kämpfer ihrer Bewegung. Sollte sich der Tod der Geiseln bestätigen, würde es sich um die ersten deutschen Todesopfer einer Entführung in Afghanistan handeln. Zuletzt töteten die Taliban im April 2006 einen entführten indischen Ingenieur. Ein Jahr zuvor hatten sie einen Briten ermordet.

( ap/afp )