Energiestreit in Russland: Öllieferung nach Deutschland gestoppt

Weißrussland macht seine Drohung wahr

Von dem Energiestreit zwischen Moskau und Minsk sind nun auch Deutschland und Polen direkt betroffen. In der Nacht zum Monatg drehte ihnen Weißrussland die Öl-Lieferungen über die Pipeline „Druschba“ (Freundschaft) ab.

Warschau. Den Lieferstopp meldete am Montag der polnische Pipeline-Betreiber Pern. Demnach hätten die Raffinerien der polnischen Firmen Orlen und Lotos sowie die PCK-Raffinerie in Schwedt und die Mitteldeutsche Erdöl-Raffinerie (MIDER) bei Leuna über die weißrussische Pipeline kein Öl mehr erhalten.

Pern verlangte von der russischen Pipeline-Gesellschaft Transneft und von der weißrussischen Gomel Transnieft Erklärungen für den Lieferausfall, erhielt aber nach eigenen Angaben zunächst keine Antwort.

Weißrussland hatte die Sperrung seiner Transit-Pipelines gen Westen angedroht. Hintergrund ist der Energiestreit mit Russland: Der staatliche russische Energieriese Gazprom hatte zum neuen Jahr den Gaspreis für Weißrussland mehr als verdoppelt. Zudem führte Russland einen Zoll in Höhe von 180 Dollar (138 Euro) für jede nach Weißrussland exportierte Tonne Rohöl aus Russland ein.

Die Regierung in Minsk forderte von Russland im Gegenzug eine Transitgebühr für gen Westen gepumptes russisches Öl. Dabei sollte Transneft, das die Öl-Pipelines von Russland nach Deutschland, Polen und in die baltischen Staaten betreibt, je Tonne gefördetes Öl umgerechnet 34 Euro bezahlen. Transneft weigerte sich jedoch, diese Gebühr zu entrichten.