Stopp russischer Öl-Lieferung: Regierung sieht zunächst keine Probleme

Reserven und Importe sollen Engpässe vermeiden

Die Bundesregierung erwartet wegen der geschlossenen Pipeline von Russland zunächt keine Probleme für die Öl-Versorgung in Deutschland.

Berlin. "Wir gehen davon aus, dass die Raffinerien vor Ort erst einmal Reserven haben", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Aus einer kurzfristigen Schließung dürften sich nach seiner Einschätzung daher keine Probleme ergeben. Zudem hätten die Raffinerien die Möglichkeit, Öl aus anderen Quellen zu importieren.

Über den Grund des Lieferstopps liegen der Regierung nach Angaben des Sprechers bislang keine Erkenntnisse vor. Unter Berufung auf den Pipeline-Betreiber Transneft begründete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Schließung der Pipelines mit einem illegalen Verhalten Weißrusslands. Demnach würde sich das Land unerlaubt über die Pipeline "Druschba" mit Öl versorgen. Aus diesem Grund sei die Leitung geschlossen worden, zitierte die Nachrichtenagentur Transneft-Chef Semjon Wainschtok. Transneft suche derzeit nach alternativen Routen, um die Lieferungen nach Deutschland und Polen wieder aufzunehmen, hieß es weiter.

Durch die Pipeline "Druschba" fließen unter anderem rund ein Fünftel des deutschen Ölbedarfs. Sie verläuft in zwei Strängen, wobei der größere Deutschland und Polen versorgt. Außerdem führen etwa 20 Prozent der russischen Gasexporte nach Europa durch Weißrussland.