Glosse

Wieso es weltweit rund 30 Hamburgs gibt

Der Autor ist Lokalreporter beim Abendblatt.

Der Autor ist Lokalreporter beim Abendblatt.

Foto: HA

Man hört ja gelegentlich von Touristen, die nach Rom (Italien) wollen und dummerweise in Rom (Nordrhein-Westfalen) landen, einem Ortsteil von Morsbach, sozusagen am Mors der Welt. Oder in Sydney (Kanada) statt in Sydney (Australien). Oder im 600-Einwohner-Dorf Berlin im Kreis Segeberg, das etwa 30 Jahre älter ist als die Hauptstadt und sogar als das älteste Berlin der Welt gilt.

Was die wenigsten wissen: Auch Hamburg ist nicht einmalig. Glaubt man der Internet-Enzyklopädie Wikipedia, gibt es weltweit rund 30 Hamburgs. Die Erklärung ist einfach: In der Regel waren es deutsche Auswanderer, deren letzte Station in Deutschland – der Hamburger Hafen – sie so dermaßen beeindruckt hat, dass sie ihre neue Heimat unbedingt Hamburg taufen mussten …

Es gibt sogar ein Hamburg in der Karibik

Und was haben ihre Nachfahren davon? Sagen wir mal so: Überraschend viele Hamburger werden von Donald Trump regiert, denn allein etwa 20 Hamburgs sind über die gesamten USA verstreut – von Hamburg im Bundesstaat New York (rund 60.000 Einwohner) bis zum eher einsamen Hamburg im äußersten Norden Kaliforniens. Weiter nördlich liegt nur New Hamburg (Kanada) mit rund 8000 Einwohnern, das im Nordosten direkt an Baden grenzt.

Wer aus Versehen „Hamburgö“ in sein Navi eintippt, landet auf einer Insel in Schweden. Und wer dachte, Hamburgs südlichster Punkt läge am Zollenspieker, sollte einmal das Fischerdorf Hamburg am Ostkap in Südafrika besuchen. Das wohl größte Hamburg außerhalb Norddeutschlands liegt in Brasilien: Novo Hamburgo, bis in die 90er-Jahre Hauptstadt der Schuhindustrie, hat rund 250.000 Einwohner. Manche Hamburgs sind aber so klein, dass man sie anscheinend nicht einmal auf Google Maps findet, etwa in Suriname (Karibik), Peru oder Bolivien. Es sei denn, Ihr Navi lässt Sie irgendwann einmal dort stranden ...