Doppelmord

Polizei fahndet nach rätselhaftem Zeugen vom Jungfernstieg

Der Mann mit Namen ließ ein Kind der Ermordeten am Tatort zurück. Polizei veröffentlicht Überwachungsbilder.

Hamburg. Nach dem Doppelmord an der 34-jährigen Sandra P. und ihrer erst einjährigen Tochter am Jungfernstieg flüchtete der neue Lebensgefährte der Frau vom Tatort - nun sucht die Polizei mit Überwachungsbildern nach dem Mann. Es sei der Mordkommission bislang nicht gelungen, seine Identität zu ermitteln, heißt es in einer Mitteilung. Auch habe sich der Mann nicht selbst bei den Beamten gemeldet.

Der Mann war am Donnerstag, den 12. April gegen 10.30 Uhr zunächst mit Sandra P., ihrer einjährigenTochter und ihrem dreijährigen Sohn sowie ihrem ehemaligen Lebensgefährten Mourtala M. mit einem Zug der Linie S3 von der Stadthausbrücke bis zum Jungfernstieg gefahren. Dabei war es laut Zeugen bereits zu lautstarken Auseinandersetzungen gekommen. Auf dem Bahnsteig am Jungfernstieg lief die Gruppe nach dem Aussteigen noch einige Meter in Richtung Ausgang – dann zog Mourtala M. plötzlich ein Messer und stach auf das kleine Mädchen und Sandra P. ein. Für beide kam jede medizinische Hilfe zu spät.

Er ließ Kind am Tatort zurück

Der Mann hatte zunächst noch die Kinderkarre mit dem dreijährigen Jungen geschoben. Dann flüchtete er offenbar in Panik und ließ das Kind am Tatort zurück. Es wurde nach der Tat in ein Kinderschutzhaus gebracht.

Die nun veröffentlichten Bilder stammen aus der Überwachungskamera am Bahnsteig. Der 33-jährige Mourtala M. ist geständig und sitzt wegen zweifachen Mordes in der Untersuchungshaft am Holstenglacis. Er war ebenfalls unmittelbar nach der Tat geflohen, konnte jedoch an der Mönckebergstraße von Polizisten gestellt werden. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haft.

Hinweise auf den verschwundenen Zeugen nimmt die Polizei unter Tel. 42865 6789 entgegen.