Hamburg

Doppelmord am Jungfernstieg – Vater besucht Sohn

Passanten gehen auf dem S-Bahnsteig Jungfernstieg an  abgelegten Blumen vorbei. Ein einjähriges Mädchen und seine Mutter sind hier bei einer Messerattacke getötet worden

Passanten gehen auf dem S-Bahnsteig Jungfernstieg an abgelegten Blumen vorbei. Ein einjähriges Mädchen und seine Mutter sind hier bei einer Messerattacke getötet worden

Foto: Andreas Laible

Der Junge, der die Tat mit ansehen musste, lebt jetzt in einem Kinderschutzhaus. Leiblicher Vater bemüht um das Wohl seines Sohnes.

Hamburg. Nach dem Doppelmord an der 34-jährigen Sandra P. und ihrer einjährigen Tochter am vergangenen Donnerstag am Jungfernstieg sucht die Polizei weiterhin nach dem Lebens­gefährten der Frau, der vom Tatort geflohen war. Die Identität des Mannes mit dem Rufnamen Moses konnte bislang nicht ermittelt werden. Der Mann hatte einen dreijährigen Sohn von Sandra P. an dem Bahnsteig der Linie S 3 zurückgelassen, nachdem ihr ehemaliger Lebensgefährte Mourtala M. mit einem Messer auf die Frau und ihre Tochter eingestochen hatte.

Junge in Kinderschutzhaus

Der Junge, der die Tat mit ansehen musste, lebt seit der Tat in einem Kinderschutzhaus. Nach Abendblatt-Informationen ist der leibliche Vater des Kindes bemüht um das Wohl seines Sohnes, besucht ihn dort regelmäßig. Zuvor hatte das Kind jedoch bei seiner Mutter gelebt und kaum Kontakt zu seinem Vater gehabt. Auch aufgrund der traumatischen Erlebnisse hatten der Vater und das Jugendamt entschieden, dass die Betreuung in einem Schutzhaus zunächst die beste Unterbringung sei. Die drei weiteren Söhne von Sandra P. wohnen beim leiblichen Vater von zweien der Kinder.

Spenden benötigt

Wer für die vier Söhne spenden möchte, kann dies über den Abendblatt-Verein „Kinder helfen Kindern“ (IBAN: DE25 2005 0550 1280 144 666; BIC: HASPDEHHXXX) tun; Stichwort „Familiendrama Jungfernstieg“. „Niemand wird diesen Kindern ihren Verlustschmerz nehmen können, aber zumindest können die Hamburger dabei helfen, dass sie finanzielle Unterstützung erhalten und wir ihre Sorgen etwas mindern können“, sagt Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider.