Kommentar

Warum Hamburg den "Elbdome" braucht

In Hamburg hat es inzwischen Tradition, dass Stadt und Wirtschaft im Sinne des Gemeinwohls gemeinsame Interessen verfolgen. Public Private Partnership nennt man diese Form der Zusammenarbeit, und sie hat sich bislang bewährt.

Auf dieser Basis will der Hamburger Projektentwickler Tomislav Karajica mit seinen Partnern jetzt eine neue Mehrzweckhalle für 7000 bis 8000 Besucher in einem aufgeschütteten Hafenbecken an den Elbbrücken bauen, die einmal Spielstätte der Basketballer Hamburg Towers und des Handball Sport Vereins (HSV) Hamburg werden könnte – wenn diese dann irgendwann in die Bundesliga aufsteigen. 150 Millionen Euro soll das Gesamtprojekt inklusive Mantelbebauung kosten. Die Stadt müsste keinen Cent dazuzahlen, sie müsste in dem anstehenden Verfahren nur ihren politischen Willen bekunden. Das ist nicht zu viel verlangt.

Hamburg fehlt eine Arena dieser Größe

Nun ist der Standort ein höchst prominenter, an Hamburgs neuem Tor zum Süden, direkt neben dem geplanten Elb­tower. Die ersten geäußerten Bedenken, ob zwei dieser Landmarken nicht doch eine zu viel wäre, die umliegenden Stadtteile nicht nur aufgewertet, sondern auch übermäßig belastet würden, sind nachvollziehbar. Ein sensibles Verkehrs- und Umweltkonzept ist deshalb erforderlich, aber auch machbar.

Der wachsenden Metropole Hamburg fehlt derzeit für Sport- und Kulturveranstaltungen eine Arena genau in dieser Größe – zwischen der Sporthalle Hamburg in Winterhude mit bis zu 4500 Zuschauern und der mehr als dreimal so großen Barclaycard Arena am Volkspark. Der Club an der Alster wollte 2016 in diese Lücke stoßen, das Tennisstadion am Rothenbaum abreißen und dafür eine Mehrzweckhalle für 7500 Besucher auf dem Gelände errichten.

Die Umsetzung dieses Plans musste nach Widerstand aus der Mitgliederschaft auf unbestimmte Zeit verschoben werden, wahrscheinlich auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Stattdessen wird nun die Anlage instandgesetzt und modernisiert – in privat-öffentlicher Partnerschaft mit dem Hamburger Sportmäzen Alexander Otto.