Meinung
Glosse

Lucky Luke im milden Westen

Vanessa Seifert
Vanessa Seifert.

Vanessa Seifert.

Foto: Andreas Laible

Auf nach Veggie Town! Wird der Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten, jetzt zum Schatten seiner selbst?

Hamburg. Da hat sich Lucky Luke, der bekannteste Comic-Cowboy der Welt, ja schön reingeritten: Im nächsten Band, der hierzulande am 4. November erscheinen soll, galoppiert der Mann und Mythos, der bekanntlich schneller schießt als sein Schatten, nämlich praktisch durchs Wilde Wokistan. Wie bitte?

Ja, der Westernheld ist dann nämlich in einer (ganz offensichtlich fiktiven!) Kleinstadt namens Veggie Town im US-Bundesstaat Texas unterwegs. Und da zählt ja traditionell das Menschenrecht auf Barbecue und Rippchen vom Grill noch mehr als der Anspruch auf Waffenbesitz. Egal. Jedenfalls ist damit nun der nächste Held in einer Gegenwart angekommen, in der auch immer mal wieder diskutiert wird, ob der „Schnitzel-Tag“ in der Kantine eigentlich noch zeitgemäß ist. Wild, das darf man spoilern, ist in diesem 101. Abenteuer mit dem Titel „Rantanplans Arche“ (kleine Anspielung auf einen gewissen biblischen Noah) dann im Prinzip nur noch der Brokkoli.

Lucky Luke in Veggie Town unterwegs

Oder wie es in der offiziellen Ankündigung heißt: Lucky Luke sei in einem „Ort im Wilden Westen unterwegs, in dem Trapper keine Pelze mehr verkaufen, amerikanische Ureinwohner niemals Büffel jagen und Cowboys ohne ihre berühmten Steak-Dinner klarkommen.“ Ganz traurige Geschichte, werden einige Kritiker sagen. Andere werden loben, dass sich der Comic erstmals mit der Gründungsgeschichte des Tierschutzvereins in den USA beschäftigt.

Nun ist beruhigend, dass der schlaksige Lucky Luke mit einem Detox-Smoothie zum Frühstück bestimmt bestens klarkommt. Stellen Sie sich vor, Obelix müsste ernährungstechnisch von Wildschwein auf vegane Bowl umlernen. Noch machen wir Witze ..., aber wer weiß, was noch kommt?

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