Hamburg. Fehler zu machen, ist nicht schlimm – mehr noch: Man kann gestärkt daraus hervorgehen. Scholz und Merz haben von Rückschlägen profitiert.

Eines der größten Missverständnisse in der deutschen Politik ist, dass man nach Niederlagen und Fehlern Konsequenzen ziehen und am besten zurücktreten muss. Ja, es stimmt, dass man sich damit kurzfristig Respekt in den Medien und bei den Bürgerinnen und Bürgern erwerben kann. Langfristig bedeuten Rücktritte nach Rückschlägen aber nur eins: dass die eigene politische Karriere zu Ende ist, obwohl sie das in vielen Fällen gar nicht sein müsste. Denn es gibt genügend Beispiele von Spitzenpolitikern, die genau dort gelandet sind, wo sie jetzt sind, weil sie nach Niederlagen nicht aufgegeben haben.