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Kommentar

Luftmessungen in Hamburg müssen erweitert werden

Marc Hasse ist Redakteur im Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Marc Hasse ist Redakteur im Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Foto: Peter Vogel

Eine neue Studie zeigt, wo ultrafeine Partikel die Luft belasten. Ein standardisiertes Messverfahren gibt es noch nicht.

Hamburg. Ultrafeine Partikel (UFP) sind winzig, aber zumindest aus medizinischer Sicht keine Kleinigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation weist auf eine Gefährdung der Gesundheit durch solche Teilchen in der Luft hin. Auch nach Einschätzung des Umweltbundesamts sind negative Folgen für den Körper möglich – wobei unklar ist, welche aufgenommenen Konzentrationen für Beschwerden und für Schäden sorgen können.

In Hamburg war bisher – ähnlich wie in anderen Städten – nicht mal halbwegs bekannt, in welchen Mengen UFP an verschiedenen Stellen auftreten können. Das beleuchtet nun dankenswerterweise eine Studie von Forschenden des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht. Die Messergebnisse sind kein Grund, in Panik zu verfallen. Sie sollten aber ein Anstoß sein, endlich auch die Konzentration ultrafeiner Partikel kontinuierlich mit standardisierten Verfahren zu messen, so, wie es seit Jahren mit Stickstoffdioxid und Feinstaub gehandhabt wird.

Hamburg sollte bei UFP-Messungen vorangehen

Messungen von Stickstoffdioxid hatten Fahrverbote zur Folge, weil der vorgeschriebene EU-Grenzwert überschritten worden war. Für ultrafeine Partikel gibt es einen solchen Grenzwert nicht – und womöglich wird es nie eine Obergrenze geben, wenn nicht möglichst viele Politiker und Behörden bundesweit an einem Strang ziehen und für mehr Messungen und eine ausreichende Datengrundlage sorgen.

Wie sagt es eine Medizinerin vom Umweltbundesamt?: Es müsste einer vorangehen. Hamburg stünde das gut zu Gesicht. Man verfolge „aufmerksam“ die UFP-Messungen im Rahmen von Forschungsarbeiten, heißt es aus der Umweltbehörde. Es gebe „noch sehr viele offene Fragen“. Mehr Tempo ist angebracht, um auszuschließen, dass winzige Partikel früher oder später zu einer großen Sache werden.

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