Meinung
Glosse

Die Lila-Laune-Bären des Rock’n’Roll

Volker Behrens
Volker Behrens.

Volker Behrens.

In den 70er-Jahren zeigte Deep Purple der Welt, was Heavy Metal ist. Heute, mit über 70, ist die Band immer noch im Geschäft.

Hamburg. Wer vor 50 Jahren behauptet hätte, 2021 würde es Bands geben, deren Mitglieder im Seniorenalter immer noch die Bühnen der Welt rocken, bei dem hätte man vielleicht erst einmal die Temperatur gemessen.

Aber Deep Purple macht das einfach. Gerade erst haben die Rocker mit Hang zum tiefen Lila ein Album mit Coverversionen bekannten Titel wie Fleetwood Macs „Oh Well“ auf den Markt gebracht. Sie schafften den internationalen Durchbruch 1970 mit dem „In Rock“-Album, das die Musiker in Stein gehauen am Mount Rushmore zeigt. Es zählt zu den ersten Heavy-Metal-Alben überhaupt. „Die Beach Boys und die Blumenkinder konnten einpacken“, schrieb ein Rezensent. Zum 25. Jubiläum wurde das Album digital remastered, vor 26 Jahren.

„So etwas wie Monty Python könnten wir auch machen"

Die Bandmitglieder erfreuen sich offenbar einer robusten Gesundheit. Schlagzeuger Ian Paice spielt, Ironie des Schicksals, sogar manchmal in Deep-Purple-Coverbands mit und macht sich Gedanken über die vielen schlechten Schlagzeugerwitze. Sängerkollege Ian Gillan (76!), der schon mit Luciano Pavarotti auf der Bühne gestanden hat, bewohnt ein Ferienhaus in Portugal, geht viel schwimmen und genießt anschließend eine schöne Tasse Tee im Tonstudio. Genauso hat man sich Rock’n’Roll doch immer vorgestellt.

Jetzt hat Bassist Roger Glover verraten, dass die Band so etwas wie einen Plan B hatte. Dem „Playboy“ sagte er: „So etwas wie Monty Python könnten wir auch machen, es geht sehr lustig zu in unserer Band.“ Man wüsste schon, was die Musiker sagen sollten, bevor sie ihr Gagfeuerwerk abfeuern, die klassische Monty-Python-Überleitung: „And now for something completely different“ – und jetzt mal ganz etwas anderes.

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