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Nachspiel

Aufstieg? Oder Entwicklung? Benennt ein klares Ziel, HSV!

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Mit der Aufgabe, die Mannschaft in die Bundesliga zu führen, sind einige Hamburger Spieler überfordert – noch. Ein Kommentar.

Werder Bremens Sportchef Frank Baumann hat vor der Saison einen Satz gesagt, für den er stark kritisiert wurde. Wiederaufbau vor Wiederaufstieg laute das Ziel, meinte der Manager nach dem Abstieg. Es gehe darum, eine neue und vor allem junge Mannschaft aufzubauen. Ein fehlender Anspruch?

Der bisherige Saisonverlauf zeigt, dass Baumann eine durchaus realistische Einschätzung getroffen hat. Werder liegt einen Punkt hinter dem HSV auf Platz acht. Die Stimmung ist trotzdem nicht so schlecht wie im Volkspark. Weil die Erwartungshaltung gedämpft wurde.

Hamburgs Sportvorstand Jonas Boldt dagegen sagte bei der Verpflichtung von Trainer Tim Walter im Sommer, dass man nicht antrete, um wieder Vierter zu werden. Heißt also: Aufstieg als Ziel?

Irgendwie auch nicht. Man wolle sich in erster Linie entwickeln. Und vielleicht ja trotzdem aufsteigen? Wäre schon schön. Andererseits habe man jetzt eine junge Mannschaft. Aber mit Ambitionen. Und hohen Zielen. Ja, was denn nun?

HSV muss endlich Saisonziel benennen

Seit Wochen winden sich die HSV-Verantwortlichen um die klare Antwort, wie das Ziel in dieser Saison lautet. Entwicklung? Oder Aufstieg? Es wird Zeit, dass der HSV ein klares Ziel definiert, an dem das Umfeld den Club auch messen kann. Was spricht denn dagegen, wie Werder zu sagen, dass der Aufstieg in diesem Jahr nicht das primäre Ziel ist? Man würde der Mannschaft zum einen den Druck nehmen und den Fans zum anderen signalisieren, dass man nach einem 1:1 gegen Holstein Kiel nicht pfeifen muss. Wenn der Aufstieg aber das Ziel ist, sollte man es auch aussprechen.

Schon in der vergangenen Saison hat der HSV primär von Entwicklung gesprochen und dann doch wieder den Trainer gefeuert, weil es letztlich eben nur um den Aufstieg ging. Die bisherige Saison zeigt, dass der HSV eine Mannschaft zusammengestellt hat, die an Sofortqualität deutlich eingebüßt hat. Die aber an Potenzialqualität gewonnen hat.

HSV hat Spieler mit Perspektive

Spieler wie Ludovit Reis (21) oder Jonas David (20) sind noch nicht so weit, in der zentralen Achse eine Aufstiegsmannschaft anzuführen. Sie könnten es perspektivisch aber werden. Wer die Spieler nach dem 1:1 bei einer guten und über mehrere Jahre aufgebauten Karlsruher Mannschaft gesehen hat, der hätte vermuten können, der HSV habe schon wieder den Aufstieg verspielt.

Anstatt sich über die zu hohe Erwartungshaltung zu beschweren, liegt es am HSV selbst, diese mit einer klaren Kommunikation und einer einheitlichen Zielsetzung zu regulieren.

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