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Glosse

SpaceX: Was Elon Musk von Karl Lagerfeld gelernt hat

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Kennedy Space Center: Thomas Pesquet (l-r), Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Megan McArthur, NASA-Astronautin, Shane Kimbrough, NASA-Astronaut, und Akihiko Hoshide, Astronaut der Japan Aerospace Exploration Agency (JAA), bei einer Trainingseinheit.

Kennedy Space Center: Thomas Pesquet (l-r), Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Megan McArthur, NASA-Astronautin, Shane Kimbrough, NASA-Astronaut, und Akihiko Hoshide, Astronaut der Japan Aerospace Exploration Agency (JAA), bei einer Trainingseinheit.

Foto: dpa

Von wegen Weltraumschrott: Tesla-Gründer Elon Musk, der Duracell-Hase im Technologie-Universum, fliegt ein neues Team zur ISS.

Kann man in diesen Zeiten jemanden dafür begeistern, zum Mond zu fliegen? Och, nö, würden die meisten sagen. Muss das sein? War’n wa schon jewesen. Ham wa jemacht, sagt der Berliner. „Been there, done that“, heißt es bei der stolzen Nation, die Neil Armstrong (war der Name eigentlich echt?) sagen ließ: Für ihn, Armstrong, war der Ausflug auf den Mond ja nur ein Trippelschrittchen. Aber ein gigantischer und so weiter für die Menschheit. Blablabla.

Man stelle sich vor, der große Hamburger Karl Lagerfeld wäre um seinen Kommentar gefragt worden. Wer diese unförmigen Raumanzüge trägt, hätte der Modezar gesagt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

SpaceX: Elon Musk inszeniert es wie Star Wars

Was also tat Elon Musk, der Duracell-Hase im Technologie-Universum und Erbauer des E-Autos Tesla, um seine spacigen Pläne zu promoten? Zuerst bekamen die Astronauten mal schnittige Anzüge, die den Weltraumhelden von Star Wars und Co. entlehnt waren. Tolles Design auch bei den Helmen. Ok, das mit den Starts und Landungen bei seinen ersten SpaceX-Raketen klappte nicht beim ersten Mal. Nicht beim zweiten. Nicht beim dritten …

Die Dinger hoben ab und explodierten gleich. Dann landete eine dieser Raketen tatsächlich ungefähr dort wieder, wo man es geplant hatte. Und explodierte erst am Boden. Das nennt man Fortschritt.

Weltraumschrott? Die Rakete wurde wiederverwertet

Wer ins All will, lässt sich von etwas Weltraumschrott nicht aufhalten. Musk spannte die Muskeln an, steckte noch mehr Milliarden in die Entwicklung, begeisterte die Nasa von seinem Projekt, die auch mal etwas fescheres Design brauchen konnte, und schickte am vergangenen Freitag mal wieder eine Rakete mit der „Crew Dragon“ zur Raumstation ISS los. Natürlich war eine Frau an Bord und ein Japaner, wo bald viele neue E-Autos von Tesla rollen sollen.

Und alle Öko-Bedenken wischte E-Musk beiseite. Die Rakete ist die vom letzten Mal, die Kapsel kam ebenfalls vom Gebrauchtwarenmarkt. Nur aus essbarem Material ist sie noch nicht. Sollte Elon Musk je sterben, was wären seine letzten Worte? „Beam mich hoch, Scotty!“

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