Meinung
Kommentar

Bundesligastars und ihre eintätowierte Dummheit

Bayerns Corentin Tolisso und Herthas Matheus Cunha wandeln auf den Pfaden eines ehemaligen HSV-Profis.

Können Sie sich noch an Eljero Elia erinnern? Der fliegende Holländer dribbelte sich vor gut zehn Jahren zunächst in die Herzen aller HSV-Fans, ehe sich der Angreifer vor allem außerhalb des Platzes immer mehr verdribbelte. Sein Tiefpunkt: Nachdem sich Elia quer über seine Brust einen Engel samt Flügeln und dem hübschen Kalenderspruch „Droom niet van je leven, maar leef van je dromen“ (Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum) mitten in der Saison tätowieren lassen hatte, entzündete sich das Körpergemälde, und die kickende Leinwand musste pausieren.

Etwas mehr als eine Dekade später ist klar: „Die Dummen sterben nie aus“ wäre ein passenderer Spruch, den sich die künstlerisch angehauchten Kicker von heute unter die Haut stechen lassen sollten. So ließen in den vergangenen zwei Wochen mit Bayerns Corentin Tolisso und Herthas Tunichtgut Matheus Cunha gleich zwei Mittelfeldmaestros ihre Körper verzieren, was auf so vielen Ebenen dumm ist, dass es sehr viel mehr wehtut als ein großflächiges Tattoo.

Man kann die fehlende Professionalität von Tolisso kritisieren, der sich über Infektionen und Hautreizungen offenbar keine Gedanken machte. Man kann auch das fehlende Gespür von Cunha bemängeln, der sich mitten im Abstiegskampf die Wörter „viver“ und „vencer“ (leben und siegen) auf die Oberschenkel pinseln ließ. Vor allem aber muss man in Corona-Zeiten die Dreistigkeit der beiden Fußballer hervorheben, die (natürlich ohne Maske und Abstand) das ansonsten ziemlich vorbildliche Hygienekonzept der Bundesliga bei all ihrer Künstlerfreiheit ad absurdum führten. Es ist die pure Dummheit, die in diesen Fällen bis unter die Haut geht.

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