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Kommentar

Der Fall Goofy und der Hass der „Tierschützer“

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Geneviève Wood
Geneviève Wood

Geneviève Wood

Foto: Roland Magunia

Die Debatte um das Kuh-Projekt am Walddörfer Gymnasium ist ein Beispiel für Meinungsterror im Internet.

Ja, es ist gut, wenn Tierschützer auf Tierleid hinweisen. Und ja, es war nur eine Frage der Zeit, wann sie auf das ungewöhnliche Goofy-Projekt der Schülerinnen und Schüler des Walddörfer Gymnasiums aufmerksam werden würden. Ein Kalb im Volksdorfer Museumsdorf beim Aufwachsen zu betreuen und dabei immer zu wissen, dass es am Ende geschlachtet werden wird: Da war mit Widerspruch zu rechnen.

Doch Goofy hat nichts mit Tieren aus der konventionellen Massentierhaltung gemeinsam. Und Menschen essen Fleisch, ob es militanten Tierschützern passt oder nicht. Umso wichtiger ist es, Fleisch nicht aus industrieller Massentierhaltung zu kaufen, sondern ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie ein Nutztier artgerecht lebt, wie man Respekt vor ihm zeigt. Das war das Ziel des Projektes. Und die Schülerinnen und Schüler hatten den Mut, auch den letzten Schritt mit Goofy zu gehen.

Diese Jugendlichen sind es doch, die unseren Umgang mit Nutztieren künftig zum Besseren ändern könnten. Stattdessen haben sie jetzt erfahren, wie es sich anfühlt, in den sozialen Medien aufs Übelste beleidigt und unter Druck gesetzt, ja sogar bedroht zu werden. Da kündigten die Betreiber eines Hofes für Nutztiere aus Bayern an, dass Volksdorf in den nächsten Monaten nicht zur Ruhe kommen werde. Da beschimpften Menschen in hemmungsloser Weise auch den Schulleiter.

Eigentlich ging es den Jugendlichen darum, dem Fleisch, das sie essen – dem Nutztier, das es liefert – ein Gesicht zu geben. Wie mutig und wie beeindruckend! Nun aber wird es am Walddörfer Gymnasium wohl um Meinungsfreiheit gehen, darum, dass manche Menschen keine anderen Ansichten gelten lassen.

Ja, man kann verstehen, dass die Schule unter diesem Druck eingeknickt ist. Aber schade ist es auch.

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