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Der Senat muss im Hafen eingreifen

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Martin Kopp
Autor Martin Kopp ist Hafenexperte des Hamburger Abendblatts

Autor Martin Kopp ist Hafenexperte des Hamburger Abendblatts

Foto: Reto Klar / HA

Die Wirtschaft klagt die Hafenbehörde Hamburg Port Authority an, aber der Adressat ist eigentlich das Rathaus.

Es ist nicht ungewöhnlich und liegt an den natürlichen Interessengegensätzen, dass sich Hamburgs Hafenwirtschaft regelmäßig mit Kritik an der Arbeit der Hamburg Port Authority (HPA) zu Wort meldet. Und in dem streitbaren Präsidenten des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, Gunther Bonz, haben die Unternehmen auch einen herausragenden Vertreter, der die Anliegen pointiert vorbringen kann. Der Senat hat sich in der Vergangenheit herausgehalten und die Kritik der Hafenunternehmen in den Verwaltungsapparat zurückgeschoben.

Doch nach den jüngsten Äußerungen von Bonz wird er das nicht mehr können. Denn jetzt haben die Vorwürfe über die schlechte Zusammenarbeit zwischen Hafenwirtschaft und HPA den Senat selbst erreicht. Bonz sagt, die Hafenbehörde führe ein Eigenleben, der Senat habe die Kontrolle über die HPA verloren.

Hamburgs HPA: Zweiter Geschäftsführer rausgeworfen

Damit wendet sich der Blick von der Fachebene aufs Rathaus, aufs Agieren des gesamten Senats. Von diesem werden jetzt Lösungen erwartet, wie der in der Hafenpolitik entstandene Zwist entschärft werden kann.

Der Senat hat das erkannt und reagiert, indem er dem zweiten Geschäftsführer der HPA, Matthias Grabe, den Stuhl vor die Tür stellte. Die Gründe dieser Entscheidung liegen im Dunkeln. Sie wird auch nicht dazu beitragen, den Unmut im Hafen zu stoppen. Denn nach allem, was man von den Unternehmen dort hört, wurde Grabes Arbeit allerseits anerkannt.

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Die HPA macht in weiten Teilen einen guten Job. Bonz’ Vorwurf, der Senat habe die Kontrolle über die HPA verloren, ist sicher zugespitzt, aber er hat einen wahren Kern. Selbst der Wirtschaftsbehörde ist inzwischen aufgefallen, dass die Hafenverwaltung sich zu einem Mammutressort entwickelt hat, das sich nur schwer steuern lässt. Jetzt ist der Bürgermeister gefragt.

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