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Derby in Horn: Galopp ist der Event-Vorreiter

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt.

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt.

Foto: Klaus Bodig / HA

Nicht nur wirtschaftlich war es wichtig, das Derby 2020 nicht ausfallen zu lassen. Die Veranstaltung wird Beispiel für andere Events.

Bei seinem ersten Derbymeeting im Jahr 1950 waren 50.000 Menschen auf der Horner Rennbahn. Wer Pferdeliebhaber und Mäzen Albert Darboven nach dem 151. Deutschen Derby beobachtete, der sah einen rundum zufriedenen Geldgeber. Und das mit Recht. Das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf drei Tage verkürzte Traditionsevent war im Rahmen der Möglichkeiten ein Erfolg.

Der vor der Veranstaltung mit Vorsicht geplante Wettumsatz in Höhe von 1,27 Millionen Euro wurde um fast 600.000 Euro übertroffen, sodass die Veranstalter trotz der Tatsache, dass keine zahlenden Zuschauer zugelassen waren, sogar ein kleines Plus erwirtschaften konnten. Doch nicht nur wirtschaftlich war es wichtig, das Derbymeeting 2020 nicht ausfallen zu lassen.

Das Derbymeeting in Horn ist Vorreiter für andere Events während der Corona-Pandemie

Mit dem TV-Sender Sport 1 wurde ein Medienpartner gefunden, der am Sonnabend und Sonntag zwei Stunden Galoppsport der Extraklasse live übertrug. Dank eines Kameraautos, das auf der Innenbahn mitfuhr, und Kamerapferd Nils samt Videojockey wurde den Zuschauern die Faszination des Galoppsports ins Wohnzimmer transportiert. Eine bessere Werbung in Zeiten, in denen eine Großveranstaltung nach der nächsten ausfällt oder verschoben wird, gibt es nicht.

Das Derbymeeting ist so zu einem Vorreiter für andere Events geworden. Mit einem guten Hygiene- und Veranstaltungskonzept kann man nicht nur vorhandene Anhänger bei Laune halten, sondern auch neue Fans gewinnen. Auch wenn nicht nur Mäzen Darboven hofft, dass das Derbymeeting 2020 in jeglicher Hinsicht einmalig bleibt.