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Kommentar

Der Hamburger Hafen braucht Antworten!

Fischkutter auf der Elbe mit dem Containerschiff One Grus

Fischkutter auf der Elbe mit dem Containerschiff One Grus

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto ServicesVertragsfotografen

Die Corona-Krise wirft ein harsches Schlaglicht auf ungelöste Probleme im Hafen, die diskutiert werden müssen.

Hamburg. Die Corona-Krise und die durch sie ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen sind ökonomisch schädlich. Unternehmer können ihr nichts Gutes abgewinnen außer vielleicht einen Punkt: Der durch Shutdown und Produktionsminderungen hervorgerufene Leerlauf schafft Freiräume, die eigenen Arbeitsabläufe und Prozesse zu überdenken.

Fehler, die man in einem florierenden Geschäftsbetrieb verschmerzen konnte, treten in der Krise stärker zutage, und Manager erhalten die Gelegenheit, Mängel zu beheben. Das gilt für Einzelunternehmen, aber auch für den gesamten Hamburger Hafen.

Umschlag am Hamburger Hafen ist eingebrochen

Dessen Umschlag ist infolge der Pandemie eingebrochen, und bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass er eigentlich seit einem Jahrzehnt nicht mehr so floriert wie zuvor. Eine neue Prognose zur Umschlagsentwicklung geht davon aus, dass der Containerverkehr in Hamburg nur noch sehr langsam wachsen wird.

Was davon auf geänderte externe Rahmenbedingungen zurück­zuführen ist und was auf eigene Fehler, soll hier nicht diskutiert werden. Viele Fehler können es nicht gewesen sein, denn was zukunftsweisende Themen wie Digitalisierung und Hinterlandanbindung betrifft, gehört der Hamburger Hafen im Wettbewerb zu den besten.

Die Corona-Krise als Auslöser für den Blick in die Zukunft

Dennoch verliert er an Boden. Die Krise ist dabei nicht die Ursache, aber der Auslöser, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) tut also gut daran, wenn er die Diskussion über die künftige Ausrichtung des Hafens wieder vorantreibt. Wie kann man das Kerngeschäft, also den Umschlag, verbessern? Welche Geschäftsmodelle außer sich drehende Containerkräne sorgen für zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung?

Der Hafen benötigt Antworten. Reden wir darüber, Herr Senator!