Meinung
Glosse

Statussymbol Virenschutz: Wenn schon Maske, dann stylisch

Andreas Hardt
Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Foto: Klaus Bodig

Wer Luxusmarken liebt, macht sich seinen Mund-Nasen-Schutz einfach selbst. Man braucht nur ein altes Hemd und eine Schere …

Die Mund-Nase-Masken – schwarz, weiß, blau, nur der HSV – des Fußballvereins aus Bahrenfeld waren in Windeseile ausverkauft. Die schwarzen des Fußballvereins aus St. Pauli laufen auch. Wenn wir diese Fummel tragen müssen, dann wollen wir doch wenigstens auffallen und etwas herzeigen.

Waren bis vor ein paar Tagen Masken noch eine Mangelware, hat sich das mittlerweile geändert. Mit der Anordnung, das untere Gesicht zu vermummen, wie man es bei G-20-Demonstrationen nie durfte, hat auch das menschliche Bedürfnis nach Unterscheidung und Individualität auf die Masken durchgeschlagen. Virenschutz als Statussymbol, so wird es kommen.

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, in der Einkaufs-Mall eines reichen Golfstaates durch das Schaufenster eines Spezialgeschäftes für schwarze Hijabs zu schauen, der weiß, welche Variationen auch bei vermeintlich simplen Textilien möglich sind. Von edlen Stickereien über leicht unterschiedliche Schnitte bis zu mit dezenten Goldfäden durchwirkter feinster Seide gibt es so gut wie alles.

Mensch zeigt gerne, was er hat, auch wenn das scheinbar nicht möglich ist. Und so wird es nicht mehr lange dauern, bis die berühmtesten Pariser Couturiers, Mailänder Modeschöpfer und New Yorker Schneider Edelmasken für ihre wohlhabenden Kunden auf den Markt bringen. Vielleicht editiert Anna Wintour schon eine Sonderausgabe der „Vogue“ über die stylischsten Designermasken – ab 85 Euro das Stück.

Wer sich das nicht leisten mag, der kann seine Maske aus einem alten T- oder Poloshirt ausschneiden. Aber achten Sie dabei darauf, den Polospieler oder das Krokodil zu integrieren. Der Effekt auf der Straße ist verblüffend.

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