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Kommentar

Ende der Kammerrebellen: Aufräumen müssen andere

Oliver Schade leitet das Wirtschaftsressort beim Hamburger Abendblatt.

Oliver Schade leitet das Wirtschaftsressort beim Hamburger Abendblatt.

Foto: Andreas Laible / HA

Nach der Niederlage bei der Wahl sind nun andere gefragt. Handelskammer verlor durch das von den Rebellen angerichtete Chaos Ansehen.

Die Revolution in der Handelskammer ist beendet. Die Rebellen von einst haben eine krachende Niederlage bei der Plenumswahl erlitten. Lediglich eine Handvoll alter Weggefährten schaffte es in das Parlament. Aus dem aktuellen Präsidium bekam kein einziger Vertreter das Vertrauen der Unternehmer ausgesprochen. Die Diskrepanz zwischen den vollmundigen Wahlversprechen und den tatsächlich verwirklichten Projekten war zu gewaltig.

Die Beiträge wurden nicht – wie 2017 zugesagt – abgeschafft. Und der Versuch, mehr Transparenz in die Arbeit des Ehrenamts zu bringen, endete im Chaos. Öffentlich im Internet übertragene Plenumssitzungen trugen weniger zur intellektuellen Bereicherung als vielmehr zur Belustigung der Beobachter bei. Die Handelskammer verlor durch das von den Rebellen angerichtete Chaos Ansehen in Politik und Wirtschaft – weit über Hamburgs Grenzen hinaus. Darunter haben die Firmen in der Stadt mit ihrer Wahlentscheidung nun einen Schlussstrich gezogen.

Handelskammer-Sieger vor Mammutaufgabe

Jetzt liegt die Verantwortung für den Neuaufbau der Handelskammer in der Hand von Unternehmern rund um Norbert Aust. Der Mitgründer des Schmidt Theaters und sein Team standen im Wahlkampf nicht für vollmundige Rebellen-Sprüche ohne Substanz, sondern für seriöse wirtschaftspolitische Vorschläge und – noch viel wichtiger – eine neue Kultur des Vertrauens in der Handelskammer.

Es dürfte nicht nur eine Mammutaufgabe werden, die traditionsreiche Interessenvertretung der Hamburger Wirtschaft wieder zum Sprachrohr ihrer Mitglieder zu machen. Mindestens genauso wichtig ist es, das Vertrauen der vielen verunsicherten Mitarbeiter am Adolphsplatz zurückzugewinnen. Die Revolutionäre gehen und hinterlassen einen Scherbenhaufen – aufräumen müssen nun andere.