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Airbus startet in die Zukunft

Wolfgang Horch, Wirtschaftsredakteur des Abendblatts.

Wolfgang Horch, Wirtschaftsredakteur des Abendblatts.

Foto: Michael Rauhe / HA

Neue Montagelinie – eine gute Nachricht für Hamburg.

In der Vergangenheit wurde immer wieder beklagt, dass in Hamburg nur die Airbus-Maschinen der A320-Familie gebaut werden. Denn die Langstreckenflugzeuge A330, A350 und A380 werden im Werk in Toulouse zusammengebaut. Derzeit erweist sich diese Fokussierung auf die sogenannte Single-Aisle-Klasse als goldrichtig.

Während die Fertigung des Riesen-Airbusses A380 im nächsten Jahr komplett eingestellt wird und selbst beim modernen Großraumflieger A350 die Produktionsrate leicht gesenkt wird, brummt das Geschäft mit der A320-Familie. Mit mehr als 6000 Maschinen steht sie für drei Viertel des Auftragsbuchs von Airbus. Hamburg ist das Kompetenzzentrum für den Verkaufsschlager und profitiert davon.

200 neue Jobs durch Strukturmontage für A321XLR

Statt Jobabbau durch das A380-Aus wurden an der Elbe Stellen geschaffen: Gut 1500 waren es 2019 – auch wenn ein Teil der Mitarbeiter eingestellt wurde, weil es bei der Fertigung des A321 nach einem neuen Kabinenkonzept stockt. 200 neue Jobs sollen in den nächsten 18 Monaten durch die neue Strukturmontage für den A321XLR hinzukommen. Da in der Luftfahrt gut verdient wird, bringt das Hamburg und seinen Umlandgemeinden, in denen viele Beschäftigte wohnen, höhere Steuereinnahmen.

Keine Frage: Für den Wirtschaftsstandort sind die Airbus-Pläne eine gute, lokale Entscheidung. Viel wichtiger ist aber eine internationale, die Anfang Februar getroffen wurde. Auch wenn Airbus erstmals seit 2009 wieder einen (Milliarden-)Verlust in einer Jahresbilanz vermelden musste: Die Einstellung der Korruptionsermittlungen in Frankreich, Großbritannien und den USA nimmt dem Konzern eine Last von den Schultern und lässt die Zukunft überhaupt erst wieder planen.

Das gilt auch für das Hamburger Werk: Mit dem A321XLR stößt es jetzt in den Langstreckenbereich vor.