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Bundesliga: Wann gibt's mal wieder eine Kampfbahn?

Iris Mydlach ist stellvertrende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Iris Mydlach ist stellvertrende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA

Die "Arenen" haben das gute, alte Stadion überholt. Der HSV und der FC St. Pauli könnten das ändern – und Altona 93.

Es steht nicht gut um das Stadion, und Urheber dieser Misere kann nach derzeitigem Stand der Analyse nur die Arena sein. So heißt nämlich das gute alte Stadion vermehrt, und die Gründe liegen auf der Hand: Arena, das klingt nach so viel mehr als nur Sport, das klingt nach größtem Nervenkitzel und Spektakel; wer als Fan in einer Arena sitzt, der hat schon viele richtige Entscheidungen in seinem Leben getroffen.

In einer Arena gibt es keine trostlosen Kicks. Da wird gefightet bis zum Abpfiff, da fallen Tore in letzter Sekunde, da ist alles unique, von den Snacks bis zum Sound.

Bundesliga: 11 von 18 Stadien sind Arenen

Weshalb die Arenen in der Bundesliga auch gerade übernehmen. Von 18 Vereinen haben sich elf der neuen Form der Erlebnisvermarktung zugewandt: Wolfsburg, Hoffenheim, Düsseldorf, Mainz, Augsburg, Leipzig, Paderborn, Frankfurt, Gelsenkirchen, Leverkusen, München. Fünf Stadien sind geblieben. Sie stehen in Bremen, Köln und Freiburg, gleich zwei von ihnen in Berlin. Und dahinter, man muss schon sagen, weit abgeschlagen – die ebenfalls vorzeigbare Schwester der Arena: der Park.

In Dortmund und Mönchengladbach. Tatsächlich. Es gibt keine Borussen-Arena in der Liga. Hat sich wohl noch niemand getraut.

Auf jeden Fall aber benötigt das Stadion Verstärkung. Ein Aufstieg beider Hamburger Zweitligavereine scheint also geboten. Perspektivisch natürlich auch der von Altona 93. Denn eine echte Kampfbahn hat es in der Bundesliga schon lange nicht mehr gegeben.