Meinung
Zwischenruf

Haarbracadabra: Yes, we kämm!

Der Autor ist Chefreporter beim Abendblatt.

Der Autor ist Chefreporter beim Abendblatt.

Foto: Michael Zapf

Herr Bauch, bitte noch vier Bier! Mann, was hatten wir studierenden Kleingeister einen Spaß, wenn wir in der Schankwirtschaft im Schanzenviertel diese Bestellung aufgaben. Lautstark. Jahrzehnte ist das her; und Fritz Bauch gab’s wirklich. Er war ein Wirt vom alten Schlage, ein herzensguter Kerl, ein Hamburger Grande. Und eine Größe unserer langen, herrlich nichtsnutzigen Nächte.

Nach solchen wunderbaren, unverfälschten Namen muss man aktuell lange suchen. Lang Tsu, Otto Burger, Hans im Glück, Reh- und Waschbar in Ottensen oder der Musikclub Uebel & Gefährlich am Heiligengeistfeld sind Beispiele kreativer Schaffenskraft. Ob’s das Reisebüro Titanic, den Dönergrill Izmir Uebel und den Imbiss Freddy MehrCurry wirklich gibt? Es muss nicht unbedingt gut sein, wenn aus der Backstube Müller eine Urban Bakery wird. Klappern jedoch gehört im beinharten Business der Großstadt zum Geschäft.

Besonders fantasievoll oder haarsträubend, je nach persönlichem Geschmack, sind die Ladennamen im Friseurgewerbe. Hair-reinspaziert im Stadtteil Hohenfelde, Haarbracadabra in Eilbek oder Kamm Inn in der Neustadt sind leicht im Kopf zu speichern. Und bei Ciro im Salon Haarmonie in Othmarschen stehen Titel und Leistung in erstklassigem Einklang. Wer sich von alten Zöpfen seiner Zunft trennen möchte, schreibt Hairport oder Komm Hair über die Ladentür. Favorit für den Hauptpreis in dieser Kategorie ist der Inhaber mit dem Geschäftsmotto: Yes, wie kämm! Schwer, noch besser abzuschneiden.