Meinung
Kommentar

U-5-Strecke: Das ist der richtige Plan

Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Foto: Bertold Fabricius

Die U5 soll über das Universitätsklinikum Eppendorf führen. Der UKE-Anschluss hat allerdings einen Haken ...

Hamburg. Es dürfte eine der größten bautechnischen Herausforderungen der kommenden Jahre werden, es wird Belastungen für Anwohner und Patienten geben – und sehr viel Geld wird das Ganze außerdem kosten. Und doch ist die Entscheidung richtig, eine Haltestelle der U5 auf dem Gelände des UKE zu planen und die neue Bahn über den Siemersplatz weiterzuführen.

Das UKE wird von vielen Tausend Menschen täglich besucht. Rund 13.000 Patienten, Mitarbeiter und Studierende verkehren schon heute täglich am Uniklinikum, das damit längst eine Kleinstadt in der Großstadt ist. Bis 2040, so die Prognosen, wird sich diese Zahl deutlich mehr als verdoppeln – und das UKE wird mit rund 30.000 hier täglich an- und abreisenden Menschen schon zu einer veritablen Mittelstadt angewachsen sein. Natürlich braucht ein solches Klinikum mit internationaler Strahl- und Anziehungskraft eine moderne und klimafreundliche Anbindung an ein leistungsfähiges Bahnnetz.

Großer Wermutstropfen bei der U 5: die lange Bauzeit

Daher wäre es absurd gewesen, wenn die U5 bereits auf Höhe der Gärtnerstraße nach Westen abgedreht wäre und das UKE und den Siemersplatz rechts hätte liegen lassen, so wie es eine der Varianten vorsah. Das hätte zwar zu einer kürzeren und billigeren Strecke geführt – die aber wäre am großen Bedarf im UKE und in Lokstedt mit seinen Neubaugebieten vorbeigefahren. Gerade das UKE dürfte ein Garant dafür sein, dass die Auslastung groß genug und damit die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist, um die benötigten Bundeszuschüsse für den Bau zu bekommen.

Großer Wermutstropfen bei der U 5 bleibt die lange Bauzeit. Bis UKE und Siemersplatz angeschlossen sind, könnte es 2040 sein. Eine Stadtbahn dagegen hätte längst für Entlastung sorgen können – wenn die Politik zu ihren Entscheidungen gestanden hätte.