Meinung
Zwischenruf

Ein leckeres Päckchen mit Gebäckchen

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA / Andreas Laible

Es heißt, im Alter werde man seinen Eltern immer ähnlicher. Solange man jung ist, klingt das wie eine fürchterliche Drohung. Nun, in etwas gesetzterem Alter, stellt man fest: So schlimm ist das nun auch wieder nicht. Und bei näherem Nachdenken fallen einem plötzlich immer mehr Dinge auf, die an Vater und Mutter so schlecht ja nie waren. Beispielsweise ihre nette Geste, dass sie mir bis heute regelmäßig Pakete schicken. Meine Eltern versorgen mich mit österreichischen Leckereien, die es bei aller Globalisierung hier im Norden immer noch nicht gibt. Alles keine lebenswichtigen Dinge, aber doch unverzichtbar.

Zu Zeiten der deutschen Ehec-Krise beispielsweise sandten sie Pakete mit Salat, Tomaten und Gurken. Aus dem eigenen Garten, bio und garantiert gesundheitlich unbedenklich. Und in den Wochen vor Weihnachten kommt zuverlässig ein Paket mit selbst gebackenen Linzer Keksen, Spritzkipferln und Kokosbusserln.

Nun habe auch ich ein Kind in der Ferne. Sein Studienort ist maximal weit weg von Hamburg, im Süden der Repu­blik. Und schon bin ich am Päckchen-Packen. Kaffee, Kemm’sche Kuchen und selbst gemachte Marmelade – schließlich ist das Budget als Student bescheiden und jedes Extra willkommen. Ein Paket aus Österreich hat er auch schon – mit Linzer Keksen usw. Meine Mutter weiß: Mit dem Backen habe ich es nicht so. In manchen Dingen bleibt sie mir eben auf ewig überlegen. Und unersetzlich.