Meinung
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Der Abendblatt-Test – so funktioniert er

| Lesedauer: 5 Minuten
Oliver Schade
Oliver Schade leitet das Wirtschaftsressort beim Hamburger Abendblatt

Oliver Schade leitet das Wirtschaftsressort beim Hamburger Abendblatt

Foto: Andreas Laible / HA

Immer montags gehen wir auf Kritik an der Berichterstattung, auf Wünsche, Fragen und Debatten ein. Und blicken hinter die Kulissen.

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde des Hamburger Abendblatts,


immer montags beschäftigen wir uns an dieser Stelle mit Ihren Wünschen oder Ihrer Kritik. Wir wollen auch über die großen Leser(brief)-Debatten sprechen und unseren Leserinnen und Lesern Einblicke­ in unsere Arbeit geben, sowohl in die Art, wie wir recherchieren, als auch, wie das Hamburger Abendblatt gemacht wird. Wenn Sie Anregungen haben, her damit, eine Mail reicht. Die Adresse lautet: chefredaktion­@abendblatt. de


Heute beschäftigen wir uns mit dem Abendblatt-Test, der jeden Dienstag im Wirtschaftsteil der Printausgabe und auf abendblatt.de online erscheint. Unsere Idee: neue Produkte und Dienstleistungen aus Hamburg und der näheren Umgebung vorstellen und in der Redaktion testen. Doch nach welchen Kriterien suchen wir die jeweiligen Unternehmen und ihre Innovationen aus – und wie genau wird eigentlich getestet?

Die Kollegen in der Wirtschaftsredaktion sind täglich auf der Suche nach spannenden und möglichst exklusiven Geschichten aus Hamburg und dem Umland. Im Rahmen dieser Recherchen stoßen sie immer wieder auf Innovationen. Das war vor rund drei Jahren der Anlass, neuen Produkten und Dienstleistungen aus der Region einen regelmäßigen redaktionellen Platz einzuräumen. Dazu kam der Wunsch vieler Leser, im Abendblatt mehr Tests zu lesen. Aus beiden Ideen entstand schließlich der Abendblatt-Test.

In einem größeren redaktionellen Beitrag erzählen wir nun vor allem die Geschichte des jeweiligen Unternehmens und der Gründer. Dazu fahren die Redakteure zu den Firmen, führen ein persönliches Gespräch und verschaffen sich so einen ersten Eindruck. Dazu gibt es immer einen zweiten, kleineren Text – den eigentlichen Test. Dieser wird – je nach Produkt oder Dienstleistung – in verschiedene Kategorien unterteilt. Dazu zählen zum Beispiel Geschmack, Preis-Leistungs-Verhältnis, Verpackung oder Verfügbarkeit. Die Unternehmen geben dem jeweiligen Redakteur ihr Produkt mit, und in der Redaktion findet dann durch eine größere Zahl von Redakteuren der unabhängige Test statt.

Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, wissenschaftlich bis ins letzte Detail fundiert zu sein. Dazu fehlen uns leider im Vergleich zu großen Anbietern wie Stiftung Warentest die Labore und wissenschaftlichen Mitarbeiter. Stattdessen konzen­trieren wir uns auf die Inhaltsangaben auf den Verpackungen, vergleichen den Preis, bewerten das Produktversprechen und geben ein – selbstverständlich individuelles – Urteil ab. Im Anschluss an den Test darf jeder Redakteur, der das Produkt (aus-)probiert hat, eine Bewertung in Form von Sternen abgeben. Null bis fünf Sterne sind möglich. Es testen übrigens nicht nur Redakteure aus der Wirtschaftsredaktion, sondern auch aus anderen Ressorts. Jeder Redakteur gibt sein persönliches Ergebnis unabhängig und – wenn gewünscht – geheim ab. Am Ende wird der Durchschnitt aller Ergebnisse in Form einer Gesamt-Sterne-Bewertung veröffentlicht.

In der Anfangsphase der Serie hat die Wirtschaftsredaktion die Innovationen ausschließlich durch Eigenrecherche gefunden. Dabei dienten unter anderem einschlägige Fachmagazine, in denen neue Produkte und Dienstleistungen veröffentlicht werden, als Inspiration. Aber auch die Mund-zu-Mund-Propaganda war eine wichtige Hilfe. Zudem nahmen die Redakteure häufig Kontakt zu bekannteren Hamburger Firmen auf und fragten nach, ob Innovationen gerade neu auf den Markt gekommen sind oder demnächst folgen sollen.

Seitdem die Serie einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht hat, melden sich nun auch immer häufiger Firmen von sich aus und bieten ihre neuen Produkte der Redaktion an. Allerdings sind die Redakteure weiterhin völlig unabhängig in ihrer Entscheidung, ob sie die Artikel testen oder nicht. Als Auswahlkriterium dient vor allem die Frage: Sind Produkt oder Dienstleistung für den Abendblatt-Leser von Interesse? Die Bandbreite der Tests ist mittlerweile riesig: Sie reicht von Pizza mit Zwiebelmarmelade über einen neuen Baumarkt bis zum Fahrdienst Moia.

Dann und wann kommt es zudem vor, dass Leser uns ihre Testvorschläge senden. Auch diese werden selbstverständlich eingehend geprüft und gegebenenfalls umgesetzt. Deshalb auch im Rahmen dieses Beitrags noch einmal der Aufruf an Sie: Wenn Sie eine Idee für einen spannenden Test haben, schicken Sie uns unter wirtschaft@abendblatt.de gerne einen Vorschlag. Die einzige Bedingung: Der Artikel oder die Dienstleistung sollte erst seit Kurzem auf dem Markt sein. Wir werden Ihre Vorschläge dann genau anschauen und uns bei Ihnen melden. Vielleicht ist ja schon bald ein Test, der von Ihnen vorgeschlagen wurde, bei uns in der Zeitung und online.

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