Meinung
Zwischenruf

Schnäuzer für die Gesundheit

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: Andreas Laible

Mit dem Movember wollen Männer weltweit auf die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen.

Vielleicht sind Ihnen in den vergangenen Tagen Männer aufgefallen, die etwas sonderbar aussehen? Diese Herren haben möglicherweise nur einen dunklen Schatten auf der Oberlippe, vielleicht sprießen dort auch ein paar mehr Barthaare. Man könnte schlussfolgern, es gebe einen neuen Trend zum Schnurrbart. Mitnichten!

Es ist Movember! Dieses Kunstwort ergibt sich laut Wikipedia aus der Kombination des französischen Wortes Moustache (Schnurrbart) mit dem deutschen November. Mit dem Movember wollen Männer weltweit auf die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen. Prostatakrebs, Hodenkrebs, Selbstmordprävention – alles Themen, die nicht gerade sexy, aber zweifelsohne enorm wichtig sind. Männer sind Vorsorgemuffel, sie sprechen nicht gern über Krankheiten. Zumal sind sie dafür bekannt, dass sie mit ihrem Bier stundenlang am Tresen sitzen können, ohne tiefschürfende Unterhaltungen zu führen.

Aus meinem Freundeskreis hat sich bislang niemand durchringen können, beim Movember mitzumachen, obwohl der Druck in den jeweiligen Büros recht groß war. Aber ganz ehrlich – außer vielleicht Errol Flynn und Clark Gable gab es nur wenige Männer, denen ein Schnäuzer wirklich gut stand. Und deshalb reden meine Freunde jetzt zwar alle über Vorsorge, aber ganz ohne Schnurrbart. Ein kleines Ziel ist damit auch erreicht.

Auch die letzte große weltumspannende Challenge ließ die Menschen nicht allzu gut aussehen. Wer könnte die Ice-Bucket-Challenge vergessen, die ihren kurzfristigen Hype im Sommer 2014 hatte und auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen wollte. Die meisten gossen sich lieber einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf statt zu spenden. Aufmerksamkeit gewonnen, Spendenziel verpasst!

Mal gucken, was als nächstes kommt. Frauen, die sich Gretelfrisuren machen. Und das nennen wir dann Grezember? Nur über den Zweck müssten wir uns noch einig werden. Aber da fällt uns sicher was ein.