Meinung
Zwischenruf

Kürbisse – nicht lieb, aber ganz schön teuer

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA / Andreas Laible

Selbst Gezüchtetes ist doch am leckersten – problematisch wird es nur, wenn statt der gewünschten ganz andere Früchte gedeihen.

Hamburg. Fragen Sie mal einen Hobbygärtner, ob es für ihn etwas Befriedigenderes gibt als das Ernten. Allerorten wird in diesen Wochen Erntedank gefeiert. Und was es im Großen gibt, lässt sich auch im Kleinen zelebrieren. Schließlich kann man auch in Hochbeeten und großen Töpfen ordentliche Erfolge erzielen.

Der Anfang war mühsam: Die zarte Wasser- und auch die Honigmelonenpflanze hätten den Aufenthalt im Freien anfangs nicht überlebt, deshalb trug ich sie wochenlang morgens auf die sonnige Terrasse und holte sie abends zurück ins warme Wohnzimmer. Im Mai konnten die Melonen endlich ins Freie umziehen – und in größere Töpfe. Die ersten Früchte fielen noch ab, doch während meines Sommerurlaubs entwickelten sich zwei Melonen erst zu Tennisball- und schließlich zu Bowlingkugelgröße. Erstaunlicherweise sahen sich beide Sorten extrem ähnlich.

Ich legte auf Anraten einer Gartenexpertin Styropor unter die Melonen, um sie vor dem Verfaulen zu schützen. Auch zum richtigen Erntezeitpunkt wusste die Expertin etwas zu sagen: Man solle an den Früchten riechen, dann wisse man sofort Bescheid.

Als nun die Nächte wieder kälter wurden, schien es endgültig Zeit, die Melonen abzunehmen. Schließlich sollte das Fruchtfleisch nicht gefrieren und ungenießbar werden.

Kürbis? Was soll ich denn mit einem Kürbis?

Was soll ich sagen, ich habe sozusagen Kuckuckskinder großgezogen. Als ich das kräftige Küchenmesser in der ersten Kugel versenkte, stellte sich heraus, dass es gar keine Melone war, sondern ein Kürbis mit grüner Schale und orangenem Fleisch. Nie zuvor gesehen. Das Gleiche bei der anderen Frucht. Innen orange, außen grün. Laut Google-Suche ein grüner Hokkaidokürbis, perfekt für Ofengemüse oder Suppe. Ich mag Kürbis leider nicht besonders. Aber ich werde ihn essen müssen. Rechnet man die 7 Euro pro Pflanze, dazu die Kosten für Blumenerde und Biodünger und das viele Gießwasser, dann erreicht der Kilopreis bei meinen Kürbissen schwindelerregende Höhen – und liegt vermutlich deutlich über jenen von Trüffeln.

Nächstes Jahr baue ich wieder Kartoffeln an, da ist die Verwechslungsgefahr nicht so groß.