Meinung
Zwischenruf

Für Geld auch echt arbeiten!

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts beim Abendblatt.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts beim Abendblatt.

Foto: HA / Andreas Laible

"Passives Einkommen": Klingt gut. Aber dieses tolle Angebot hat mehrere Haken.

Wer könnte nicht ein paar Euro mehr gebrauchen? Zinsen gibt es ja schon lange keine mehr auf kleine Sparguthaben, da kommen einem Mails wie die folgende gerade recht:

„So lange wie es die Wirtschaft gibt, ist das Konzept ein passives Einkommen zu verdienen, schon immer für die Leute interessant gewesen. Normalerweise denken wir, dass wer nach einen Zweitjob oder einer Nebenbeschäftigung sucht wenn man erzählt bekommt, dass wer nach einer zusätzlich Einnamequelle (!) sucht.“

Das Haupteinkommen mit dem passiven aufstocken?

Das klingt spannend. Wie erzielt man wohl ein passives Einkommen? So ohne Arbeit? Also weiter in der Mail, vielleicht wird es ja noch konkreter: „Was aber, wenn man nicht die Zeit oder Energie hat für diese zusätzlichen Stunden an benötigter Arbeit. Bedeutet dies, dass man dann das Haupteinkommen nicht aufstocken kann? So muss das nicht immer sein. Es gibt auch passive Ideen ein Einkommen zu verdienen, die dafür benutzt werden können mehr zu verdienen, ohne viel Zeit und Energie investieren zu müssen. Klicken Sie hier!“

Ich habe dann lieber doch nicht geklickt, weil mir Orthografie, Zeichensetzung und Formulierungen in der Mail nicht ganz geheuer waren, sondern gegoogelt – und prompt diverse Tipps für passives Einkommen gefunden: Beispielsweise mit eigenen You-Tube-Videos, Geldanlegen (welches denn, wenn man es erst verdienen will?), Immobilien vermieten (schlecht, wenn man keine besitzt), Apps entwickeln (haha, braucht man dafür nicht ein wenig Know-how?) ...

Mich hat das doch nicht so überzeugt. Ich bleibe wohl ganz altmodisch beim aktiven Einkommen, also der klassischen Arbeit.