Meinung
Glosse

Such den Moia: Das Spiel, das niemand gewinnt

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Foto: Klaus Bodig

Man kann es draußen in der Gruppe spielen, ohne Anstrengung, man braucht eine gute Beobachtungsgabe – und gewinnt doch nie.

In unserem Freundeskreis haben wir ein neues Gesellschaftsspiel. So etwas, das man draußen in der Gruppe ohne große Anstrengung treiben kann. Reiner Spaß, man braucht nur eine gute Beo­bachtungsgabe und Reaktionsschnelligkeit, dann ist der Sieg fast sicher. Fast. Außerdem schärft es die Aufmerksamkeit in der Umwelt. Und es erinnert auch ein wenig an gewisse Spiele aus der Kindheit.

Kennen Sie noch diese Kinderbelustigung auf langen Autofahrten zum Beispiel? Wer zuerst ein Auto aus – sagen wir – Recklinghausen auf der Autobahn entdeckt hat, der hat gewonnen. Einen Schokoriegel zum Beispiel.

Moia-Bus: Wer sieht einen Fahrgast?

Jetzt ist der Einsatz ein bisschen anders: Ein Bier für den Sieger. Das stärkt die Motivation an langen Sommerabenden in der Außengastronomie. Wir sind aber so gut vernetzt, dass wir dank Messenger-Dienst das Spiel auch jederzeit auf der Straße betreiben können.

Nur – niemand hat bisher getextet, es gibt immer noch keinen Sieger. Null. Seit Wochen geht es schon so. Langsam scheint es, die Aufgabe ist wirklich komplett unlösbar: Derjenige gewinnt, der als Erster einen Fahrgast in einem Moia-Bus sieht.