Meinung
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Nur mit VIP-Ticket zum Musikfestival?

Für ein sauberes Klo und Shuttle-Service zahlen meine Söhne gern mal 100 Euro mehr – dazu kommt noch die Luxus-Campingausrüstung.

Wacken. Dieses Jahr sind meine Söhne zum ersten Mal auf ein dreitägiges Musikfestival gefahren. „Festival hieß bei uns früher Schlafsack und Zahnbürste, mehr nicht“, erzählte mir ein Bekannter. Ähnliches erwartete ich also auch bei meinen Söhnen.

Falsch gedacht. Sie kauften sich je eine VIP-Karte, die kostet 100 Euro mehr als die reguläre, dafür gibt es einen Shuttle-Service, Handyaufladestation und saubere Toiletten. „Auf so ein Dixi-Klo gehe ich nicht“, erklärte der Jüngere. Zwischendurch kam das Gerücht auf, dass es auf dem VIP-Gelände auch Whirlpools gäbe, und ich fragte mich, ob ich sie doch zu sehr verwöhnt habe.

Habe ich meine Söhne doch zu sehr verwöhnt?

Zu dem Schlafsack kamen noch ein Sechsmannzelt, ein Pavillon, ein Gaskocher, Stühle mit Sitzkissen, ein Klapptisch, eine Luftmatratze, Geschirr und Gläser. Mein Mann fragte, ob die Jungs auch einen VIP-Zug mit extra Gepäckabteil bestellt hätten.

Den Whirlpool gab es dann doch nicht und auch die Aufladestation war unnötig, da es keinen Handyempfang gab. Die Musik fanden sie auch suboptimal. Kein Festival mehr für sie – mein Mann und ich hingegen überlegen, ob wir 2020 nach Wacken gehen. Eine Luxus-Campingausrüstung hätten wir ja schon.