Meinung
Zwischenruf

Schuld sind die Mucklas

Vielleicht ist es bei Ihnen schon lange her, dass Sie Kinderbücher vorgelesen haben? Ja, bei mir auch. Aber jene zauberhaften Bände über Pettersson und Findus, den vorwitzigen kleinen Kater, sind mir noch bestens in Erinnerung. Denn im Haus des alten Pettersson verschwinden immer wieder alle möglichen Dinge: Schrauben, Socken, so was eben.

Schuld sind die Mucklas, kleine Wesen, die versteckt unter Petterssons Haus leben. Sie horten diese Dinge. Bei uns im Haus gibt es auch Mucklas. Sie bevorzugen Schlüssel. Jede Art von Schlüsseln. Seit Kurzem haben sie den vom Gartenschuppen. Er ist spurlos verschwunden. Alle Hosen- und Jackentaschen, die jüngst bei der Gartenarbeit getragen wurden, sind längst durchsucht. Ohne Erfolg. Als ich gerade anfangen wollte, das Vorhängeschloss mit der Metallsäge mühsam aufzusägen, fiel mir ein, dass es diese Schlüssel immer paarweise gibt. Und tatsächlich – es gab einen zweiten mit einer knallgelben Kugel als Anhänger, den wir noch nie benutzt haben. Üblicherweise verlieren die Mucklas dann die Lust an den geklauten Dingen und legen sie zurück, aber nicht in diesem Fall. Der Erstgartenschuppen-Schlüssel ist immer noch verschwunden. Ebenso wie ein Fahrradschlüssel. Vermutlich haben ihn auch die Mucklas.

Sie glauben nicht an solche Fabelwesen? Ich zweifle auch ein wenig, aber ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass sich manche Dinge entmaterialisieren, wenn ich sie suche. Wenn mein Mann anfängt, ihnen nachzuspüren, dann passiert genau das Gegenteil – sie materialisieren sich wieder. Nur um mich ganz blöd dastehen zu lassen.