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Krugkoppelbrücke: Die Lektion einer Baustelle

Insa Gall leitet die Hamburg-Redaktion des Abendblatts

Insa Gall leitet die Hamburg-Redaktion des Abendblatts

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Hamburg. „Das nervt ja schon“, gab Bürgermeister Peter Tschentscher im vergangenen Herbst auf dem Landesparteitag der SPD zu. Die Rede war von den vielen Baustellen und Sperrungen auf den Straßen der Hansestadt – und es gibt wohl nur wenige Hamburger, die ihm nicht zugestimmt hätten. Nach dem Eingeständnis des Senatschefs gelobte die rot-grüne Koalition, ihr Baustellenmanagement mit bezirklichen Koordinatoren und Mehrschichtbetrieb deutlich zu verbessern. Das sollte, wohl auch mit Blick auf die Bezirkswahlen im Mai, heißen: Wir haben verstanden.

Zu hoffen ist, dass der Bürgermeister und sein Verkehrssenator den Mund nicht zu voll genommen haben. An dem Endlos-Ärger um die Krugkoppelbrücke, ein verkehrliches Nadelöhr zwischen Winterhude und Harvestehude, lässt sich gleich dreierlei zeigen. Erstens: wie dringend nötig deutliche Verbesserungen im Baustellenmanagement sind, wenn sich der Abschluss der Bauarbeiten von Oktober 2018 auf November 2019 verzögern kann. Zweitens: wie konkret die Auswirkungen für die Händler sind – hier und an vielen (Bau-)Stellen in Hamburg – sowie übrigens auch für die genervten Anwohner und Autofahrer. Verstärkt wird dies durch die schlechte Information der Betroffenen, die monatelang auf völlig überholte Daten an den Baustellenschildern schauen. Ihnen sollte die Behörde entgegenkommen und die Brücke zwischen zwei Bauschritten öffnen, wenn dies irgendwie möglich ist. Drittens zeigt das Beispiel Krugkoppelbrücke, wie schwer durchschlagende Verbesserungen bei der Koordination zu sein scheinen, wenn man zu viel auf einmal will (Sanierung, Radwegeausbau, Kreisverkehre, Grünanlagen) und die praktisch ausgebuchten Baufirmen kaum aufeinander abzustimmen sind. Bisher jedenfalls sind die angekündigten Verbesserungen noch nicht richtig spürbar.