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Kommentar

Die Luftnummer am Flughafen Lübeck

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Foto: Birgit Schücking

Der Regional-Airport wird zur Spielwiese eines Investors. Dafür darf es kein Steuergeld geben.

„Traditionsflughafen“: Diesen Begriff haben die Marketingexperten des Unternehmens für den kleinen Regionalflughafen in Lübeck-Blankensee geprägt. Die Blankenseer Tradition von Pleiten, Pech und Pannen wird damit vermutlich nicht gemeint sein. Neuseeländische Investoren, ägyptische Investoren, chinesische Investoren: Sie alle hatten in Lübeck hochfliegende Pläne, die ziemlich schnell auf dem Boden der harten Realitäten zerschellten.

Nun also ein neuer Versuch. Diesmal will es Winfried Stöcker richten, der schwerreiche Lübecker Unternehmer. Mit der Firma Euroimmun hat er viel Geld gemacht, mittlerweile hat er sie verkauft.

Natürlich ist es niemandem verboten, Geld in einen Flughafen zu stecken. Andere Unternehmer geben es für Fußballvereine aus. Alles erlaubt und in Ordnung. Die Stadt Lübeck und das Land Schleswig-Holstein sollten sich allerdings davor hüten, Steuermittel in diesen Flughafen zu stecken. Denn die wirtschaftlichen Aussichten sind bescheiden. Alle Experten gehen davon aus, dass es in Deutschland eher zu viele als zu wenige Regionalflughäfen gibt. Manche Städte – Lübeck gehört auch dazu – haben sich in den vergangenen Jahrzehnten blamiert, indem sie aus einer gewissen Großmannssucht heraus versuchten, mit kommunalen Mitteln Flughafenförderung zu betreiben. Es war verlorenes Geld. Finger weg, kann man da nur sagen.

Auch Stöcker, der den Flughafen seit 2016 sein Eigen nennt, hatte schon wieder eine Idee in den Ring geworfen, die nach staatlicher Unterstützung klang: Ein „Gesundheitsflughafen“ könne Blankensee doch werden, in Kooperation mit dem – landeseigenen – Universitätsklinikum in Lübeck. Noch ist nichts daraus geworden. Und vielleicht ist das auch ganz gut so.