Meinung
Zwischenzeile

Die schöne neue Technik-Welt

Es war so einfach. Früher. Man wählte eine Telefonnummer, jemand ging ran und man machte einen Termin aus. Das war vor der Digitalisierung in den Arztpraxen. Wenn eine Erinnerung für eine Vorsorgeuntersuchung kommt, ist das zwar nett gemeint, kann einen aber in den Wahnsinn treiben. Denn natürlich klappt es nicht mal eben so, sondern man verbringt wieder unzählige Minuten am Rechner, nur um an eine digitale Terminvergabe zu kommen. Passwort funktioniert nicht, Neuanmeldung dauert, Patient unbekannt.

Das ist ähnlich kompliziert wie ein Fernsehgerät. Stecker reinstecken und los geht’s, das war einmal. Mehrere Fernbedienungen sind nötig, der Apparat ist ein Computer geworden und kann sich genauso wie dieser aufhängen. Wieder verbringt man Stunden, um das System zum Laufen zu bringen. Wann ist das Leben so kompliziert geworden? Dabei sollen die neuen technischen Möglichkeiten doch eigentlich alles erleichtern.

Stattdessen verbringen Eltern Stunden damit, die Smartphones ihrer Kinder so einzurichten, dass diese nicht unkon­trolliert und ohne zeitliche Einschränkungen im Netz surfen können, digitale Fotos werden gehortet und doch nie zu einem Album zusammengefasst, Passwörter werden vergessen.

Ach, Verzeihung, vom Thema abgekommen. Aber mit dem Schreiben lässt sich die Wartezeit ganz gut überbrücken. Einfach eine Telefonnummer wählen und einen Termin beim Arzt vereinbaren? Klar, aber vorher kommt die Warteschleife.