Meinung
Zwischenruf

Familie – an Weihnachten einfach wunderbar!

Das wäre also geschafft. Weihnachten ist vorbei. Schön war’s. Die Gans nicht zu fett, der Lachs zart, die Sauce zum Reh ein Gedicht, Marzipan und Lebkuchen, Champagner und Schnaps im Überfluss. Die Geschenke kamen alle gut an: der Fotokalender und die Elbphilharmonie-Karten für Oma und Opa, der Gutschein aus dem Internet-Kaufhaus für Neffe Robert, der Kaschmirschal für Schwiegersohn Gabriel. Mama und Papa schenkten sich nichts, übers Jahr gibt es schließlich immer die eine oder andere Kleinigkeit. Und sie haben ja sich, das muss reichen.

Cousine Elena traf auf der Block­flöte immerhin jeden zweiten Ton, und „White Christmas“ lief nur 27-mal in der musikalischen Berieselungsschleife. Onkel Rudi hat lediglich kurz über die Kanzlerin geschimpft, und Schwager Thomas trug wieder diesen lächerlichen Weihnachtspullover mit dem beschwipsten Elch vorne drauf. Und die Kinder: Sie haben doch tatsächlich bei den Mahlzeiten auf das Smartphone verzichtet. Essen selbstständig, ganz ohne App und Anleitung bei YouTube.

Gläser und Teller sind ganz geblieben, der Baum war standfest und geriet nicht in Brand. Die Fahrerei hielt sich in Grenzen, und Streit konnte schnell geschlichtet werden. Aber nun ist auch genug. Endlich wieder AC/DC hören, Salat essen, durchlüften und zum Sport gehen.

Es ist wunderbar, wenn man Familie hat. Aber es ist auch schön, wenn sie wieder weg ist. Na ja, bis zum 12. Januar. Dann feiert Tante Jutta runden Geburtstag. Und alle sind wieder da. Allerdings ohne Baum und „White Christmas“.