Meinung
Zwischenruf

Seht bloß zu, dass ihr wieder wegkommt!

Sie versprechen Freiheit und Abenteuer – doch eigentlich nehmen sie nur allen anderen den Platz weg. Die Wohnmobile.

Sie sind wieder da. Seit ein paar Wochen schon machen sie sich wie jedes Jahr wieder breit in den Wohnstraßen unserer Stadt. Kommen heimlich, wenn die Arbeitnehmer nicht im Hause sind, nutzen freie Flächen für sich. Oft mehrere nebeneinander. Sie sind gekommen, um zu bleiben. Unberührt oft, tagelang, wochenlang. Sollen die Anwohner doch sehen, wo sie ihre Autos parken, ist ihnen doch egal.

Den ganzen Winter über waren sie irgendwo eingeschlossen, auf festen Stellplätzen, in Garagen. Gegen Geld meist, denn Platz ist knapp – und sie brauchen nun einmal Platz. Jetzt aber werden die stolzen Besitzer nervös, die Urlaubszeit naht. Sie planen schon. Nordkap, Bretagne oder Schottland. Und gerne fällt dann auch das Wort Freiheit. Alles muss vorbereitet sein, damit es losgehen kann. Bald. Und bis dahin stehen sie allen anderen im Weg.

Offenbar gibt es in der Szene eine gut funktionierende Kommunikation. Wo kann ich meinen „Commander“ lassen, den „Aktiva one“ oder den „Profila T“. Eimsbüttel beim Schlump soll gut sein, auch Kellinghusenstraße. Teile von Altona, schön zentral jedenfalls. Bis zu zwei Wochen dürfen sie da stehen, alles legal. Und wenn es drei Wochen werden oder mehr, merkt’s die Polizei auch nicht immer.

Uns bleibt jetzt nur, abends genervt unsere Kreise auf der Suche nach einem Parkplatz zu drehen. Und den Wohnmobilisten eine baldige, gute Reise zu wünschen. Seht zu, dass ihr wegkommt.