Meinung
Zwischenruf

Geht ein Mann einkaufen ...

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion

Foto: Klaus Bodig / HA

Eine Glosse von Matthias Schmoock

Wenn einen der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, zum Einkaufen schickt, sind Chaos und Stress unausweichlich.

Nehmen Sie mal die einfache Aufforderung: „Bring 200 Gramm Hack mit.“ Sie finden das eine klare Ansage? Kann ich nicht bestätigen. Denn in der Fleischabteilung gibt es unter anderem Schweine- und Rinderhack, das Ganze gemischt und auf Wunsch auch „Bio“. Egal, welches ich davon nun kaufe, es ist garantiert nicht das richtige. Rotkohl – schon klar. Aber im Glas oder als Kopf? Camembert? Da gibt’s 30 Sorten! Meerrettich? Ist mir bekannt, gibt’s aber im Glas, in der Tube, scharf und mild (und vermutlich auch mittelscharf). Oder ist etwa das Gemüse „in Gänze“ gemeint?

Auf dem Wochenmarkt stand in der Schlange vor dem Brotwagen neulich direkt vor mir ein bedauernswerter Mann. Er sollte offenbar ein „Vollkornbrot“ mit nach Hause bringen und wurde immer nervöser, je näher sein großer Einsatz rückte. Irgendwann zückte er sein Handy und beschrieb leise und aufgeregt die ganze Auslage. „Viele Körner“ und „ziemlich hell“ war zu verstehen, zwischendurch auch mal ein unterdrückter Fluch. „Kenn ich alles“, sagte ich nach Ende des Gesprächs verschwörerisch, darauf er: „Ja, manchmal alles ganz schön mühsam.“ Leider hatte die rustikale Brotverkäuferin unseren kleinen Dialog mit angehört. „Och Gottchen, ihr armen Männer“, höhnte sie, „tut ihr euch mal wieder leid?“ Diesen spöttischen Ton fand ich höchst unangemessen, und vor lauter Ärger vergaß ich dann leider auch noch, was ich eigentlich mitbringen sollte.

Müde und fertig trottete ich mit einem schönen Brot nach Hause. Und zwar in der Gewissheit, bestimmt wieder mal genau das falsche gekauft zu haben.