Meinung
Zwischenruf

Haare wie Pippi Langstrumpf

Zwei mal drei macht vier, widewidewitt, und drei macht neune. Pippi Langstrumpf formte sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Und für die verhasste Haarwäsche hatte die kleine Revoluzzerin ein Patentrezept parat: Sie zerbrach ein rohes Ei über ihrem Rotschopf – und rubbelte lustvoll los. Viele Kinder wollten sie nachahmen, scheiterten indes meist am Veto der Erziehungsberechtigten.

Umso größer war die Freude jüngst in einem Hamburger Drogeriemarkt. Dort wurden eine „Sachenmacher-Seife“ und ein „Taka-Tuka-Tropenshampoo“ feilgeboten. Die Produkte erhielten ihren besonderen Pfiff durch das Konterfei der eigenwilligen Skandinavierin. Welch geniale Idee!

Die Tochter des erwachsenen Kindes im Manne reagierte gelangweilt: „Papi, das gibt’s doch schon lange.“ Zu Hause holte sie zudem ein Shampoo („Intensiv Kräftigung“) der Sorte Bier hervor. Mit einer Blume auf der Vorderseite, einer richtigen, also mit gelblich-perlender Farbe und krönendem Schaum. Die Kumpels am abendlichen Stammtisch sind bei der Schilderung beeindruckt. Mann hatte es immer schon geahnt.

Wie so oft weiß Wolle mehr. Seine Holde nutzt eine Glanzhaarspülung mit Bio-Birkenblatt und Provitamin B5. Vegan. Dagegen gehörten ihre haarigen Selbstversuche mit Ei, Honig, Zitrone und einem Tropfen Öl der Vergangenheit an. Auch die Verwendung von Roggenmehl und Geranienöl zwecks Steigerung der Spannkraft sei längst ad acta gelegt worden.

Die Herrenrunde ist sich einig: Biershampoo ist famos. Gut für den Körper gilt eben nicht nur innerlich.

Prosit!