Meinung
Zwischenruf

Entspannt reisen mit Handgepäck

Es gibt gute Gründe, mit kleinem Gepäck zu verreisen. Ein wesentlicher ist, dass man im Urlaub ohnehin immer viel weniger braucht, als man eingepackt hat. Ein weiterer wichtiger Grund: Man wartet am Hamburger Flughafen bei der Rückreise nicht stundenlang, bis der Koffer endlich heranrollt. Und: Schon auf der Hinreise muss man nicht bangen, ob das Gepäck ankommt und wenn ja, in welchem Zustand.

Kleines Beispiel gefällig: Von vier Koffern kamen jüngst am Urlaubsort zwei völlig demoliert an, einer gleich gar nicht. Inzwischen ist es in unserer ­Familie Usus, dass sich einer gleich nach der Landung beim Lost-and-Found-Schalter anstellt. Irgendwas ist ja immer. Der verlorene Koffer wurde nach 30 Stunden nachgeliefert, die beiden de­molierten überstanden die Rückreise schließlich dank etlicher Lagen Panzertape.

Für Fluggesellschaften sind solche Kalamitäten Alltag, aber lästig. Die betreffende Airline etwa hat ein Serviceunternehmen mit der Abwicklung beauftragt, das nun nach längerer Prüfung ­ohne weitere Rücksprache ein Ersatzgepäckstück lieferte. Gleichwertig oder ähnlich werde es sein, hatte es vorab geheißen. Frau Lochmann aus Zeulenroda-Triebes war jedenfalls schon mal nicht zufrieden mit ihrem Ersatzkoffer. Das jedenfalls besagt ihr Begleitschreiben, das das Serviceunternehmen vergessen hatte, aus dem Paket zu nehmen. Sie hatte den ihr zugedachten Koffer wieder zurückgeschickt, weil er ihr nicht groß genug war. Nun ist das verschmähte Teil bei uns gelandet. Und wir hoffen sehr, dass es zumindest noch nicht gebraucht ist. Die Reklamation des zweiten Koffers wird noch bearbeitet. Aber es hat keine Eile. Bei der nächsten Reise kommt sowieso nur Handgepäck mit.

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