Meinung
Kommentar

Rauchen in Lokalen? Bitte nur vor der Tür

Es ist nicht schön, als intolerant, piefig und verbissen zu gelten. Doch leider wird man als Nichtraucher schnell in diese Ecke gedrängt, sobald man Zigarettenrauch als störend empfindet. Und genau deshalb trauen sich viele Nichtraucher nicht, sich gegen das Rauchen zu später Stunde im Lokal zu wehren. Wird gefragt, ob einer in der Runde der Gäste etwas dagegen habe, wenn geraucht werde, gehen selten die Arme hoch.

Dass das Nebeneinander von Rauchern und Nichtrauchern in Hamburg funktioniert und es kaum Beschwerden gibt, liegt keinesfalls daran, dass Nichtraucher es nicht stört, zugequarzt zu werden. Sie haben sich nicht damit arrangiert, sie haben sich damit abgefunden. Denn die entsprechenden Lokale bei den Bezirksämtern zu melden und zu denunzieren macht keine Freude. Und es ist auch nicht die Aufgabe von Nichtrauchern, die Einhaltung von Gesetzen zu überwachen und Hilfspolizisten zu spielen. Das ist Aufgabe der zuständigen Mitarbeiter in den Bezirksämtern.

Die Gastronomen sehen sich auf der moralisch richtigen Seite, lassen sie ihren Gästen doch scheinbar die Möglichkeit, sich gegen das Rauchen auszusprechen. Ganz schön scheinheilig. Denn mit Widerstand von Nichtrauchern ist kaum zu rechnen, erfordert es doch viel Mut und Rückgrat, vor den fremden (rauchenden) Gästen auf sein Recht zu bestehen.

Es geht nicht nur darum, dass Zigarettenqualm stinkt, sondern es geht schlicht darum, dass passives Rauchen gesundheitsschädigend ist. Obwohl das Gesetz sie doch genau davor schützen soll, müssen Nichtraucher diesen Schutz einfordern. Es ist empörend, dass sich Nichtraucher rechtfertigen müssen. Immer noch.

Wie groß war die Freude bei den Nichtrauchern, als das Passivraucherschutzgesetz eingeführt wurde. Aber genauso sperrig wie der Gesetzesname ist auch die Handhabung. Immer wieder gab es Novellierungen und Ausnahmen. Ausnahmen für die Raucher.

Es bleibt nur eine Maßnahme, um Nichtraucher zu schützen: ein allgemeines Rauchverbot ohne Ausnahmen. Raucher tolerieren? Ja klar. Aber bitte draußen vor der Tür.