Hamburg

Sollen Gastronomen Raucher tolerieren oder nicht?

In Hamburger Gaststätten glimmen zu späterer Stunde gelegentlich wieder die Zigaretten

In Hamburger Gaststätten glimmen zu späterer Stunde gelegentlich wieder die Zigaretten

Foto: picture-alliance

Die Empörung über Gastronomen in Hamburg, die abends das Rauchen in ihren Lokalen erlauben, ist bei vielen groß.

Hamburg.  Mit Verärgerung reagieren Politiker und der Präsident der Ärztekammer auf die Aufweichung des Rauchverbots in Hamburger Lokalen. Sie fordern strengere Kontrollen. „Es kann nicht sein, dass der Senat die Einhaltung geltender Gesetze nicht ausreichend kontrolliert“, sagt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Thering. Er fordert, die personellen Ressourcen der Bezirksämter zu verstärken. Die Grünen setzen sich für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ein. Christiane Blömeke: „Ein Flickenteppich von Ausnahmen und verschiedenen Länderregelungen hilft nicht.“

Pro: Viel Rauch um nichts

Kontra: Bitte nur vor der Tür

Wie berichtet, lassen einige Gastronomen trotz des Passivraucherschutzgesetzes ihre Gäste zur Zigarette greifen. Manchmal fragen sie die Gäste vorher, ob diese etwas dagegen hätten.

Sollte das Rauchverbot in Gaststätten stärker überwacht werden?

„Die rechtswidrige Umgehung des Rauchverbots ist nicht hinnehmbar und muss durch die Verbraucherschutzämter unterbunden werden“, so Deniz Celik, gesundheitspolitscher Sprecher der Linken. Um die Raucher nicht zu diskriminieren, dürften unter Beachtung des Jugendschutzes aber die Ausnahmeregelungen für Raucherkneipen und Raucherräume nicht weiter eingeschränkt werden.

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg sowie der Bundesärztekammer: „Wir fordern ein absolutes Rauchverbot in öffentlichen Räumen – also auch in gastronomischen Einrichtungen. Nichtraucherschutz funktioniert nur ganz oder gar nicht.“ Es sei viel erreicht worden: Die Zahl der Raucher geht zurück, besonders unter Jugendlichen. „Das zu gefährden wäre fahrlässig.“