Meinung
Nachspiel

HSV: Gutes Geld im Misserfolg

Der Autor ist Sportchef beim Abendblatt

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Foto: Andreas Laible / HA

Es scheint eine Ewigkeit her zu sein. Thomas Doll war noch Trainer, und der HSV durfte in der Champions League gegen Arsenal, Porto und ZSKA Moskau antreten. Am Ende der Saison 2006/07 hatten die Hamburger einen enormen Umsatz in Höhe von 139,7 Millionen Euro erwirtschaftet.

In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wies der HSV damals unter „Personalaufwand Bundesliga“ einen Betrag in Höhe von 37,3 Millionen Euro aus. Die Ausgaben für die Geschäftsstelle (Gehälter für den Vorstand und die Angestellten) beliefen sich auf 5,4 Millionen Euro. Andere Bereiche (Regionalliga-Team, Frauen, Jugend, Abteilung Förderer etc.) kosteten 9,2 Millionen Euro.

Und heute? Bis die Champions-League-Hymne wieder im Volkspark erklingt, wird es dauern. Gemessen an den Personalkosten ist der HSV aber mindestens reif für die Europa League. Wenn der Club in der Saison 14/15 69,256 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern (Profis, Vorstand, Geschäftsstelle, Nachwuchs etc.) ausschüttete, so weist dies einerseits darauf hin, wie gut man auch bei Misserfolg verdienen kann. Andererseits zeigt sich, wie teuer der (aufgeblähte) Apparat rund um die Profis mittlerweile ist. Auch der Vorstand des HSV verdient so viel wie nie. Die genaue Summe wird – anders als früher – leider nicht veröffentlicht.

Die Aufgabe von Dietmar Beiersdorfer & Co. kann deshalb nur lauten, nicht nur für einen konkurrenzfähigen Kader zu sorgen, sondern endlich auch die Ausgaben in den Griff zu bekommen und vor allem für schlankere Strukturen zu sorgen.