Meinung
Glosse

Bitte nicht wiederholen!

Alexander Josefowicz

Alexander Josefowicz

Foto: Roland Magunia

Gerade hatte ich mich darauf ein­gestellt, dass das Sommerloch endlich durchschritten ist, und dann das: Die ARD wiederholt eine Talkshow; „hart aber fair“ zum Thema „Der Gender-Streit“. Mit denselben Gästen wie im März, bei der zu Recht verrissenen Erstausgabe, in der die Gleichstellung von Mann und Frau – neudeutsch Gender Mainstreaming – auch von redaktioneller Seite in die Ecke der dezent überflüssigen, dezent lächerlichen Zeitvertreibe gerückt wurde. Der durch die Neuauflage erreichte Erkenntnisgewinn hielt sich allerdings in Grenzen – trotz eines zumindest zu Beginn Abbitte leistenden Moderators und einer Entschuldigung dafür, die Folge aus der Mediathek gelöscht zu haben.

Und ganz ehrlich: Wen wundert’s? Dass die Antifeministin Birgit Kelle oder die Feministin Anne Wizorek auf einmal gänzlich andere Positionen vertreten als vor einem halben Jahr, war ja wohl kaum zu erwarten. Dass sich die Protagonisten während der Diskussion erneut in die Haare kriegen würden, dass in dieser Konstellation besonders die konservative Seite gern einmal die persönliche Meinung als allgemeingültig darstellt, schon eher.

Eine der sinnvollsten Fragen in dieser über weite Strecken sinnfreien Diskussion stellte FDP-Politiker Wolfgang Kubicki: „Wenn eine Kritik an der Sendung war, dass unseriöse Menschen eingeladen wurden, dann frage ich mich, warum wir wieder hier sitzen.“ Eine sinnvolle Antwort darauf ist mir allerdings auch nicht eingefallen.