Meinung
Kommentar

Ausbau des Hauptbahnhofs kann Innenstadt aufwerten

Foto: Bertold Fabricius / HA

Der geplante Umbau ist die Chance für das Bahnhofsviertel.

Auch in modernen Zeiten bleibt der Hauptbahnhof das Markenzeichen einer Stadt. Für Hamburg gilt das umso mehr, weil hier täglich mehr als eine halbe Million Menschen ein-, aus- und umsteigen. Damit ist der Hauptbahnhof der Hansestadt der am meisten frequentierte Deutschlands.

Doch er ist weit mehr als ein wichtiger Ort für Reisende. So verbindet Hamburgs Hauptbahnhof das mon­däne Einkaufsviertel rund um die Mönckebergstraße mit dem quirligen Stadtteil St. Georg, der in den vergangenen zehn Jahren aufgewertet wurde und sich nicht nur bei Touristen großer Beliebtheit erfreut.

Jetzt überlegen Bahn und Stadt, die Südseite des Bahnhofs so umzubauen, dass dieser auch von dort aus betreten werden kann. Die Steintorbrücke für den Straßenverkehr zu sperren und eine überdachte Promenade zu schaffen, klingt charmant – und ist in Ermangelung von anderen Flächen rund um den Bahnhof alternativlos.

Der Hamburger Hauptbahnhof soll vergrößert werden, um die Kapazität zu erhöhen. Eine gute Idee?

Oberbaudirektor Jörn Walter hatte eine ähnliche Idee bereits im Mai 2012 ins Gespräch gebracht. Er hofft, dass durch die Umbauarbeiten im südlichen Teil der Platz vor dem Schauspielhaus und die Kirchenallee aufgewertet werden. Damit verfolgt Jörn Walter einen stadtentwicklungspolitischen Ansatz, der weit über das nutzwertige Denken der Bahn hinausreicht.

Schließlich ist mit der HafenCity ein Stadtteil im Entstehen, durch den die südliche Innenstadt massiv aufgewertet wird. Und auch wenn noch nicht bis ins letzte Detail geklärt ist, was aus den City-Hochhäusern wird, so stehen hier große Veränderungen ins Haus. Sie werden den Steintorwall aus seinem Dornröschenschlaf wecken.

Es ist notwendig, dem Viertel rund um den Hauptbahnhof eine Perspektive zu eröffnen, die weit über eine Verbesserung des Status quo hinausgeht und das Umfeld möglichst großzügig einbindet. Es darf nicht reichen, nur an einigen Stellschrauben zu drehen, um den „Verkehrsstrom“, wie die Experten es nennen, zu optimieren. Stattdessen sollten Stadt und Bahn die Chancen, die das aufgewertete Umfeld bietet, nutzen. Ein attraktiver Bahnhof sorgt schließlich auch für mehr Bahnkunden.