Meinung
Zwischenruf

Ich glaub’, das hab’ ich passend

Matthias Schmoock

Es gibt unzählige Untersuchungen darüber, warum es wann an welcher Supermarktkasse besonders lange dauert. Statt eine Analyse habe ich heute für Sie, liebe Leser, ein Kurzdrama in sechs Akten geschrieben.

1. Akt: Die Frau vor mir guckt circa fünf Minuten lang zu, wie Waren auf dem kleinen Fließband weiter befördert werden. Zur Abwechslung starrt sie Löcher in die Luft.

2. Akt: Die Kassiererin sagt: „17,23 Euro.“ Die Frau zuckt entgeistert zusammen und fängt an, ihr Portemonnaie zu suchen.

3. Akt: Sie wühlt im Portemonnaie und spricht den verhängnisvollen Satz: „Ich glaub’, das hab’ ich passend.“

4. Akt: Nach fünf Minuten des Wühlens und Zählens drückt sie der Kassiererin eine Faust voller Kleingeld in die ausgestreckte Hand. „So, das müssten 17,23 Euro sein.“

5. Akt: Die Kassiererin verteilt das Kleingeld mühsam auf die Kassenfächer, dann sagt sie: „Das sind nur 17,21 Euro.“

6. Akt: Die Frau sagt: „Oh, dann muss ich wohl mit der EC-Karte zahlen.“

Epilog (Ein Tagtraum): Ich nehme der Frau das Portemonnaie aus der Hand, werfe es quer durch den Supermarkt und gehe nach Hause.