Meinung
Nachspiel

Auch der HSV hat ein Recht auf Selbstironie

Alexander Laux

Alexander Laux

Foto: Andreas Laible / HA / A.Laible

Keine Frage, auf Kosten des HSV lassen sich trefflich Witze reißen. „Peinlich! Hamburger SV vergeigt Qualifikation für Zweite Bundesliga schon wieder“, schrieb das Satire-Portal „Der Postillon“ nach dem 2:1-Sieg der Hamburger in Karlsruhe und verkündete, dass ab der kommenden Saison rosa Schweinchen unter den Vereinslogos die Zahl der glücklich überstandenen Relegationsspiele kennzeichnen werde. Lustig, echt.

Die überraschende Antwort des HSV ließ nicht lange auf sich warten. „Yes! Das Relegations-Double! Muss man auch erst mal machen! Ok, mit Zittern, Kampf und – ja – auch mit Schwein. Deshalb gibt es jetzt ENDLICH das passende Shirt dazu“, schrieb der Club auf seiner Facebook-Seite und offerierte ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Relegationstitelverteidiger“ und zwei Schweinchen darunter: Der Preis: 12,50 Euro für Kinder, 15 Euro für Erwachsene.

Die Meinung der Konsumenten darauf war eindeutig: Innerhalb von 24 Stunden konnte die limitierte Auflage von knapp 10.000 Exemplaren abgesetzt werden. Und ja klar, es gab sofort wieder Nörgler, die anprangerten, dass der HSV Ideenklau betrieben habe („Schweinerei!“). Überhaupt könne es ja nicht sein, dass der Club jetzt auch noch nach dem ganzen miesen Gekicke Kasse macht. Was erlauben HSV?

Die Antwort könnte lauten: Vielleicht leistet sich der Club einfach nur mal den gesunden Schuss Selbstironie, der bei benachbarten Vereinen stets mit Beifall aufgenommen wird. Fußball ist ein so ernsthaftes Geschäft geworden, da tut ein Späßchen einfach mal gut – mit einer Einschränkung: Der HSV sollte tunlichst vermeiden, in der kommenden Saison das RelegationsTriple anzusteuern. Dann würde allen Fans wirklich das Lachen vergehen.