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Kommentar

Hapag-Lloyd dreht das Geschäft

Olaf Preuss

Olaf Preuss

Foto: Andreas Laible / Hamburger Abendblatt / Andreas Laible

Reedereikönnte nach Jahren endlich die Trendwende gelingen

Es geht doch, und das scheinbar so einfach. Schon für sein erstes Auftaktquartal bei Hapag-Lloyd legte Rolf Habben Jansen, Vorstandschef seit Juli 2014, jetzt sehr respektable Zahlen vor. Jedenfalls steht für die ersten drei Monate dieses Jahres unter dem Strich ein Gewinn, im ersten Quartal 2014 war es noch ein deutlicher Verlust.

Regiert der Niederländer Habben Jansen bei Hamburgs Traditionsreederei mit Zauberhand?

Der Erfolg hat viele Ursachen. Habben Jansen übernahm im vergangenen Jahr die Führung eines angeschlagenen Unternehmens. Eine wichtige Entscheidung war da bereits vorbereitet, die Übernahme der Containersparte von CSAV, einer chilenischen Reederei. Hapag-Lloyd gewann dadurch zum Jahresende an Größe und an Stabilität im Eignerkreis. Das ist wesentlich das Verdienst von Habben Jansens Vorgänger Michael Behrendt, der mittlerweile den Aufsichtsrat von Hapag-Loyd führt. Er hatte lange auf eine Fusion von Hapag-Lloyd und Hamburg Süd gehofft. Nachdem dieses Vorhaben 2013 erneut gescheitert war, nutzte Behrendt die Chance, in Südamerika zu expandieren. Gemeinsam mit CSAV verbreitert Hapag-Lloyd sein Fahrtgebiet, verjüngt die Flotte und kann seine Kosten senken.

Habben Jansen muss nun realisieren, was Behrendt seit 2011 nicht mehr gelungen war, er muss im Gesamtjahr wieder einen Nettogewinn erwirtschaften. Wichtig ist das besonders auch als Signal an die Eigner – darunter die Stadt Hamburg –, die seit Jahren keine Dividende mehr vom Ballindamm erhalten haben. Der Schifffahrtsmarkt hat sich in den vergangenen Monaten zwar erholt, aber einen gewinnträchtigen Boom wird die Containerschifffahrt in absehbarer Zeit kaum mehr erleben. Zu hart ist mittlerweile die Konkurrenz und zu groß die Marktmacht der drei führenden Linienreedereien Mærsk, MSC und CMA CGM.

Habben Jansen hat die Defizite bei Hapag-Lloyd auch öffentlich benannt, unter anderem sind es aus seiner Sicht Mängel im Vertrieb. Dennoch arbeitet er – etwa mit Blick auf CSAV – auch in Kontinuität zu seinem Vorgänger. Das erste Quartal dieses Jahres weckt die Hoffnung, dass diese Strategie aufgeht und die Trendwende bald gelingt.