Meinung
Kommentar

Lichtblick im Uni-Streit

Die Patriotische Gesellschaft könnte eine gute Rolle spielen

Fast möchte man rufen: Nun lasst den Dieter Lenzen doch einfach mal machen und gebt ihm die dafür nötigen Mittel an die Hand! Wenn beinahe im Wochenrhythmus neue Vorschläge und Kritiken an der Universität diskutiert werden, macht das die ohnehin schwierige Arbeit des Uni-Präsidenten sicherlich nicht einfacher. Und nun taucht auch noch Jürgen Lüthje auf, lange Zeit selbst Uni-Präsident. Wer ein gutes Gedächtnis hat, verbindet mit diesem Namen auch nicht unbedingt eine Zeit des durchgehenden Aufschwungs für die akademische Spitzeneinrichtung der Stadt.

Das ist aber noch kein Grund, ihm und der Patriotischen Gesellschaft, die er in diesem Fall nach außen repräsentiert, nicht doch eine echte Chance zu geben, die Debatte auf eine neue, fruchtbarere Ebene zu stellen. In dem Positionspapier, das jetzt vorgestellt wird, lassen sich viele konstruktive Ansätze und eine ausreichende Zahl kleiner und großer Vorhaben finden, über die das Nachdenken lohnt. Nicht alles davon ist brandneu, aber in dem jetzt veröffentlichten Gesamtblick liegt ein Wert an sich.

Noch fruchtbarer ist allerdings das Angebot, selbst ein Forum für diese Debatte zu bieten, und das auch ganz handfest in Form von Organisation und Räumlichkeiten. Längst haben sich die Interessenlagen so verkantet, dass aus der derzeitigen Situation heraus keine belastbare Alternative zu entwickeln ist. Dafür sind die Schatten längst zu lang, über die die Beteiligten springen müssten. In solchen Situationen, das wissen sogar zerstrittene Ehepartner, kann eine fremde Moderation durchaus nützlich sein.

Die Patriotische Gesellschaft hat gut daran getan, selbst auf zugespitzte Formulierungen oder einseitige Schuldzuweisungen zu verzichten, um in Zukunft eine solche vermittelnde Rolle spielen zu können. Eine Lösung zu finden in dem seit Monaten schwelenden Streit ist unabdingbar – eine Stadt wie Hamburg muss sich im internationalen Wettbewerb stärker als Wissensmetropole etablieren. In einer Kaufmannsstadt wie Hamburg muss verstanden werden: Anders ist der Wohlstand für künftige Generationen nicht zu sichern.