ARD-Krimi

„Tatort“ Berlin: Corinna Harfouch wird neue Kommissarin

Das sind die beliebtesten Tatort-Kommissare

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Harfouch soll Meret Becker ablösen. Laut RBB-Intendantin Schlesinger beherrscht die Schauspielerin ein seltenes Stilmittel.

Berlin. Die Schauspielerin Corinna Harfouch wird ab 2022 die neue Kriminalhauptkommissarin im „Tatort“ aus Berlin. Die 65-Jährige löst in dem Darstellerteam des Rundfunk Berlin-Brandenburgs (rbb) Meret Becker ab, die die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin seit 2015 spielt. Das teilte der Sender am Mittwoch mit.

„Es war unser Wunsch und ist trotzdem eine Überraschung“, sagte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. „Wir freuen uns sehr. Corinna Harfouch beherrscht wie keine andere Schauspielerin ein Stilmittel, das in Deutschland im Film selten Anwendung findet: Understatement.“

Harfouch wird neben Mark Waschke „Tatort“-Kommissarin in Berlin

Bisher ist das Berliner Ermittlerteam für ein exaltiertes Privatleben und kleine Streitereien bekannt: Beckers Nina Rubin liebt das Nachtleben, Waschkes Robert Karow sitzt nackt am Laptop. Da wirkt Harfouchs „Understatement“ wie ein Gegensatz.

„Mit Mark Waschke an ihrer Seite werden wir in den nächsten Monaten ein Team für die Hauptstadt entwickeln. Wir sind gespannt, wieviel Geheimnis und Überraschung die beiden in den Berliner ‘Tatort’ einbringen werden“, so die RBB-Intendantin.

Zuletzt spielte Harfouch in dem gefeiertem Kinofilm „Lara“

Geboren und aufgewachsen ist Harfouch in der DDR. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und nahm anschließend an der Technischen Universität Dresden ein Studium zur Textilingenieurin auf.

Nach ihrem Schauspielstudium arbeitete Corinna Harfouch an den wichtigen Bühnen Deutschlands. Für ihre Theaterarbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Seit ihrem Debüt vor der Kamera hat Corinna Harfouch in mehr als 80 Film- und Kinoproduktionen mitgewirkt.

Zu Harfouchs bedeutendsten Filmen gehören „Gefährliche Freundin“ (1996), „Irren ist männlich“ (1996), „Der Untergang“ (2004), „Berlin Calling“ (2008) „Der Fall Bruckner“ (2014) und „Viel zu nah“ (2016). Zuletzt war sie 2019 in der gefeierten RBB-Produktion „Lara“ von Jan-Ole Gerster und in der Netflix-Miniserie „Zeit der Geheimnisse“ zu sehen.

Corinna Harfouch hat bereits „Tatort“-Erfahrung

Auch im mehreren „Tatort“-Folgen übernahm sie bereits Rollen und zu Beginn ihrer Schauspielerinnen-Karriere Anfang der 1980er Jahre auch im Polizeiruf.

Für ihre Filmarbeiten wurde Corinna Harfouch mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernseh-, Film- und Schauspielpreis. Im Deutschen Theater Berlin ist sie derzeit in „Phädra“, „Die Möwe“ und „Persona“ zu sehen.

„Ich fand es sofort eine großartige Idee, ,Tatort’-Kommissarin in Berlin zu werden“, sagte Schauspielerin Corinna Harfouch laut der RBB-Mitteilung. „Ich habe die Arbeit von Cooky Ziesche immer schon bewundert und freue mich, zusammen mit Mark Waschke in Berlin zu arbeiten.“

Meret Becker begründet ihren Weggang vom „Tatort“

Harfouchs Vorgängerin Meret Becker hat die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin seit 2015 in bislang zehn Fällen gespielt, insgesamt sollen es bis zu ihrem Ausscheiden dann fünfzehn „Tatorte“ werden. Sie begründete ihren Weggang damit, sich nun „anderen künstlerischen Aufgaben widmen“ zu wollen.

Mark Waschke soll im Einsatz bleiben. Er steht seit 2015 als Kriminalhauptkommissar Robert Karow vor der Kamera. Rubin und Karow ermitteln bis 2022 noch in vier Fällen gemeinsam.

Der Berliner „Tatort“ ist für Privatleben der Kommissare bekannt

Die Krimireihe in der Hauptstadt ist für das ihres Ermittlerteams bekannt: Nina Rubin hat zwar zwei Söhne im Teenager-Alter, liebt aber die Berliner Clubs und tanzt Nächte durch. Sie gerät immer wieder mit ihrem Partner aneinander.

In einer Folge verpasst sie Karow eine Ohrfeige, weil er sie „gluckig“ nennt. Der Kommissar hat selbst wechselnde Affären und zeigte sich schon nackt vor seinem Laptop – ein eher ungewöhnliches Bild für einen „Tatort“.

In „Das Leben nach dem Tod“, der zuletzt ausgestrahlten Folge des Berliner „Tatorts“ am 10. November 2019, ging es um eine mumifizierte Leiche und noch um die Frage: Was hat die DDR-Vergangenheit damit zu tun? Am Sonntag, dem 15. März 2020, wird der nächste Berliner „Tatort“ mit dem Titel „Das perfekte Verbrechen“ im Ersten ausgestrahlt.

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Der „Tatort“ wird 2020 50 Jahre alt. Zum Jubiläum gibt’s einen besonderen Fall und auch darüber hinaus hat die neue „Tatort“-Saison einiges zu bieten: Neuer Schweiger, zweimal Münster – so wird 2020. Das Luzern-Team des „Tatorts“ wurde vom SRF im vergangenen Jahr in Rente geschickt. Warum es nicht mehr ermittelt und wie es in der Schweiz weitergeht. Der „Tatort“ an Neujahr war etwas Besonderes, denn er kam ohne Drehbuch aus, die Schauspieler mussten improvisieren. Aber nicht allen Zuschauern gefiel das Experiment. (bef/dpa)